Tödliche Schusswechsel in Hirschbach und Unterklausen

Am Tag des Luftangriffs auf Eschenfelden kam es im Gebiet der heutigen Gemeinde Hirschbach zu Kampfhandlungen mit einigen Todesopfern.

Ein amerikanischer Panzeraufklärer tastete sich von Westen her die Dorfstraße entlang, bis er am Ortsende gegenüber dem Gasthaus Hammerschloss auf deutsche Soldaten traf. Drei von ihnen fielen während eines Schusswechsels.

Um einige Verletzte kümmerten sich die Einwohner im kleinen Schulsaal. Schreinermeister Konrad Engelhardt erinnerte sich, dass ein Verwundeter in seinen Armen starb. Dessen letzte Gedanken seien bei seiner Frau und seinen vier Kindern gewesen. Die weiteren Verwundeten brachte die Wehrmacht in Sanitätsfahrzeugen ins Krankenhaus nach Sulzbach-Rosenberg.

Das war möglich, weil die Amerikaner wieder abzogen. Sie waren von Großmeinfeld her in den Rücken der deutschen Frontlinie gelangt. Als sie dann zurück nach Hirschbach kamen, gingen ihnen Bürgermeister Hans Seitz und Hans Späth mit weißen Fahnen entgegen.

Die toten Soldaten wurden auf dem Hirschbacher Friedhof beerdigt und erst einige Jahre später in ihre Wohnorte umgebettet. Neben den Soldaten bekam Hedwig Hönecke ihr Grab. Mit ihrem Mann, einem Tierarzt, war sie im Gasthaus Grellner in Achtel untergebracht: Nachdem sie ein amerikanischer Panzer angefahren hatte, erlag sie im Krankenhaus in Hersbruck ihren Verletzungen. Ebenfalls in Hirschbach bestattet wurde ein Soldat, der in Unterklausen zu Tode gekommen war. Dort war es dann der Gastwirt Georg Zeltner, der die Amerikaner mit der weißen Fahne empfing.

Die Zeitzeugin Martha Appel weiß zu berichten, dass Tiefflieger in diesen Tagen ständig am Himmel waren. Gegen den Modellbau für das geplante Deutsche Stadion in Oberklausen hätten sie wiederholt Angriffe geflogen. Die Geschehnisse in Hirschbach erlebten Josef Roth und Siegfried Maul mit. Letzterer erzählt von einem in der Kunstmühle Maul untergebrachten Militärstab. Für die ungefähr 20 Mann habe seine Mutter gekocht. (be)
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