Tonnenweise Abfall in der Natur

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Auf die Rama-dama-Aktion des Landkreises im Frühjahr kann nicht verzichtet werden. Auch heuer fischten fast 1000 Freiwillige 22 Tonnen Abfall aus der Natur. Aber auch der Hausmüll ist 2014 mehr geworden.

Neustadt/WN. (bey) Die Biotonne kommt. Wie berichtet schlägt der Umweltausschuss das Hol-System vor. Das heißt, die Bürger müssen diese Abfälle nicht an irgendeine Sammelstelle bringen, sondern die Bioabfälle werden abgeholt. Die Folge wird eine Erhöhung der Müllgebühren sein (Angemerkt) .

Bei der Rama-dama-Aktion im Frühjahr haben 50 Vereine, Jugendorganisationen, Schulen und andere Gruppen mitgemacht. Tatsächlich ist die Zahl der teilnehmenden Gruppen wesentlich höher, weil unter einer einzigen Anmeldung aus einem Ort oftmals mehrere Vereine und Organisationen vereint sind. Fest steht aber, dass die rund 990 Freiwilligen an der Aktion über 2700 Arbeitsstunden geleistet haben.

Sachbearbeiter Wolfgang Scharnagl informierte die Kreisräte über die Aktion. Die Teilnehmer sammelten die Abfälle in der freien Natur, die Fahrzeuge zum Abtransport stellten die Vereine oder deren Mitglieder, Firmen oder die Kommunen zur Verfügung. Der Landkreis übernahm die Entsorgungskosten in Höhe von 2525 Euro. Eternitplatten wurden zur Annahmestelle auf der Deponie Kalkhäusl gebracht.

Sogar Eternit entsorgt

Scharnagl nannte es unverständlich, dass derartige Aktionen überhaupt notwendig sind. Gerade die aufgefundenen Eternitplatten mit einem Gewicht von 0,42 Tonnen machten dies aber deutlich. Insgesamt wurden bei der Rama-dama-Aktion 22 Tonnen Abfall eingesammelt und häufig davon an Stellen, an denen alljährlich solche Ablagerungen vorkommen.

Landrat Andreas Meier sieht weiterhin die Notwendigkeit, die Aktion zu unterstützen, um das Umweltbewusstsein der Menschen zu stärken.

Die Sachgebietsleiterin Abfallwirtschaft Michaela Harrer stellte die Entwicklung der wichtigsten Daten für das vergangene Jahr vor. Demnach hat sich die Resthausmüllmenge geringfügig auf 14 609 035 Tonnen erhöht, die Restsperrmüllmenge dagegen um 5,35 Prozent deutlich auf 1221 Tonnen gegenüber 1291 Tonnen im Vorjahr gesenkt.

Als positiv bewertete Harrer die Erhöhung der Zahl der ausgegebenen Müllgefäße - trotz gesunkener Einwohnerzahlen. Beim nichtbrennbaren Gewerbemüll war 2014 eine Erhöhung um über 69 Prozent zu verzeichnen. Mengenmäßig bedeutet das einen Anstieg von 1820 auf 3088 Tonnen. Einen Auslöser für diesen Anstieg konnte Harrer nicht erkennen. Dies gilt auch bei der Beseitigung von Altpapier und Sperrmüllschrott. So ist die Altpapierentsorgung um 21,4 Prozent gesunken, die Mengen beim Sperrmüllschrott sind um knapp 57 Prozent gewachsen.

Hoher Fehlbetrag

Komplex war das Zahlenwerk von Sachbearbeiter Scharnagl zur Betriebsabrechnung "Abfallbeseitung und Mülldeponie". Unterm Strich blieb beim Kostenträger Deponie ein Fehlbetrag von 157 890 Euro, beim Kostenträger Abfallwirtschaft ein Minus von 360 013 Euro. Diese Fehlbeträge wurden der Gebührenschwankungsrücklage entnommen, deren Höhe aber noch immer 2,3 Millionen Euro beträgt.
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