"Tor der Liebe weit offen"

Zahlreiche Menschen versammelten sich am "Heiligen Abend" beim Franziskusmarterl im Taxölderner Forst. Die Andacht wurde von Pfarrer Joachim Kendzia gestaltet. Bild: Mayer

Es war - trotz aller Unscheinbarkeit - eine besondere Nacht, damals in Palästina. Die Botschaft von Bethlehem führt seit 30 Jahren auch die Marterlgemeinde am heiligen Abend zusammen. Dort steht für die Christen bei der ökumenischen Andacht die Botschaft Jesu im Mittelpunkt.

Viele Menschen kamen am Mittwochnachmittag zum Franziskusmarterl im Taxölderner Forst und versammelten sich um das große Kreuz. Das vor 30 Jahren errichtete Mahnmal gegen den Bau der WAA ist immer wieder Treffpunkt von Menschen, die den acht Jahre währenden Widerstand gegen das Projekt hautnah miterlebt hatten. Daraus entwickelte sich die eingangs erwähnte Marterlgemeinde, um die sich vornehmlich Wolfgang Nowak aus Fronberg kümmert. Doch nicht nur die "Ehemaligen" nutzen die Andachten zur Begegnung. Auffallend war am Heiligen Abend einmal mehr, dass zunehmend junge Leute den Weg in den Wald neben dem ehemaligen WAA-Baugelände finden. Sie alle hieß Pfarrer Joachim Kendzia willkommen.

Gedanken zur Nacht

In seiner weihnachtlichen Ansprache widmete er sich zunächst der Nacht als Tageszeit. Hier werde nach der Tageshektik am häufigsten geweint, tauchten ängstliche Gedanken auf. Die Nacht besitze ihre eigene Bedeutung. So habe Petrus in der Dunkelheit Jesus dreimal verleugnet. Doch die Nächte könnten auch hell werden, machte Kendzia Mut. Die Geburt des Erlösern im Stall von Bethlehem sei der beste Beweis dafür.

Und dass die Botschaft als erstes die Hirten auf dem Feld erreichte, unterstreiche diese These. Sie stelle ein deutliches Signal dar. Die damals Ärmsten in der Gesellschaft, die Ausgestoßenen und Verachteten, hätten Kenntnis von dem Ereignis erhalten und sich auf den Weg gemacht. "Gott liebt uns alle, so wie er seinen Sohn geliebt hat", betonte der Sprecher und forderte dazu auf, das "Tor der Liebe, das weit offen steht", zu passieren. Wie gewohnt, gestaltete das Ensemble der Schwarzenfelder Jugendblaskapelle die Andacht mit weihnachtlichen Weisen.

Den Musikern und Wolfgang Nowak dankte Pfarrer Joachim Kendzia ausdrücklich, ehe die Feier mit dem Lied "Stille Nacht" zu Ende ging.
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