Trabitzer Bürgerversammlung: Planungsbüro stellte Ausbaupläne konkret vor
Kraftspritze fürs Kabel

Manfred Gebhardt war erstaunt. 70 Besucher bei der Bürgerversammlung einer kleinen Landgemeinde - das erlebt der weitgereiste Breitbandausbau-Fachmann vom Regensburger Planungsbüro IK-T nicht überall: "Ich habe schon bei Bürgerversammlungen referiert, wo mehr Gemeinderäte als Einwohner anwesend waren."

Doch rege besuchte Bürgerversammlungen haben in Trabitz Tradition, zumal bei einem "Aufmacher"-Thema wie dem schnellen Internet. Spätestens ab Ende Oktober 2016 sollen fast alle Haushalte der Gemeinde mit mindestens 30 Megabit pro Sekunde durchs Datennetz spurten - so sieht es der Kooperationsvertrag vor, den Bürgermeisterin Carmen Pepiuk und ein Vertreter der Telekom am 29. Oktober unterschrieben (wir berichteten). Fünf Erschließungsgebiete würden profitieren, erläuterte Gebhardt im Schützenheim die Netzvorplanung.

In der Regel beschleunigten sogenannte Kabelverzweiger, die per Glasfaserkabel mit der Hauptvermittlungsstelle verknüpft seien, die Netzleistung. Zwischen "Verzweigern" und Hausanschlüssen bleibe es aus Kostengründen vorläufig bei Kupferkabeln, die erst später durch Glasfaser ersetzt würden. "Diese VDSL-Netztechnik gewährleistet 50 Megabit pro Sekunde im Umkreis von etwa 100 Metern um den Kabelverzweiger, in rund 400 Metern Entfernung sind es noch 30 und in zirka 900 Metern Distanz noch 20 Megabit", hielt Manfred Gebhardt fest.

Zum Einsatz komme diese Standardtechnik in den Gebieten "Los 1" (Trabitz, Preißach) und "Los 2" (Zessau, Weihersberg, Schmierhof, Feilersdorf, Feilershammer, Pichlberg). Planziel seien dort mindestens 30 Megabit Kapazität für alle Anwesen, wie es auch das bayerische Breitbandförderprogramm vorgebe. In den übrigen Gebieten Burkhardsreuth/Blankenmühle, Grub/Bärnwinkel und Grünbach mit nur relativ wenigen Haushalten wären Kabelverzweiger nicht rentabel: "Ein Verzweiger kostet etwa 50 000 Euro. Hier kommt es günstiger, Glasfaserkabel bis an die Grundstücksgrenzen zu verlegen." Von Anfang an wären dort sogar schon Übertragungsgeschwindigkeiten von 100 und mehr Megabit pro Sekunde möglich.

Aus technischen Gründen seien einzelne Anwesen nicht unmittelbar in die Erschließung einbezogen, erklärte Gebhardt weiter. Dies betreffe vornehmlich den äußersten Norden Zessaus, Hub und Kohlbach. Doch zögen die Einwohner dort Nutzen vom Netzausbau in benachbarten Orten. "Der Norden Zessaus wird immer noch mit 25 bis 29, Hub mit rund 20 und Kohlbach mit etwa 16 Megabit versorgt", präzisierte der Referent. Da die Netze immer leistungsstärker würden, seien alle diese Berechnungen ohnehin nicht das letzte Wort.

Ebenfalls nicht zum Ausbaugebiet gehörten Drahthammer östlich des Faurecia-Werks und die Siedlung Kurbersdorf: "Diese Gebiete werden schon jetzt mit 30 und mehr Megabit pro Sekunde VDSL-versorgt, die Anforderungen des Landes-Förderprogramms sind damit erfüllt." In den Ausbaugebieten, so Gebhardt, würden die Telefonanschlüsse auf die "VoIP"-Internettelefonie umgestellt. An den Rufnummern ändere sich jedoch nichts, auch nicht in Preißach, das anders als das übrige Gemeindegebiet zum Vorwahlbereich 09 648 (Neustadt am Kulm) gehört.
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