Tradition seit 35 Jahren

Aus allen Himmelsrichtungen kamen die Tauben- und Kleintierzüchter zum Kleintiermarkt. Ein turbulentes Marktgeschehen entwickelte sich beim Gasthaus Anzer - wie üblich in den kalten Wintermonaten.

Zu diesem bunten Markt in der Dorfmitte karren die Teilnehmer ihre Tiere heran. Mittlerweile hat das Treffen eine 35-jährige Tradition. Junge und ältere Züchter fieberten ihm auch diesmal entgegen.

Sie begutachteten die Prachtstücke, erfreuten sich an ihrer Schönheit und führten lockere Expertengespräche. Als ob die Tiere verstehen würden, um was es an diesem Tag geht, machten sie eine gute Figur in ihren Käfigen. Die eingefleischten Fachleute kennen ihre Qualitäten. Ob Kaninchen, Tauben, Enten, Hühner oder anderes Getier, sie wechselten in kürzester Zeit den Besitzer.

Wie alles anfing

"Meist bleibt kein Sitzplatz mehr frei", sagte Alfred Uschold, der sich um das Organisatorische kümmerte. Die Lebendgewinne lockten die Züchter nur so an. Früher war der Chef des Kleintiermarkts der verstorbene Stadtrat Oswald Uschold, der Bruder von Alfred Uschold. Nur wenige Bewohner wissen noch genau, wie sich die Kleintiermärkte in Oberlind etablierten. Zehn Jahre vor der eigentlichen Gründung und ersten Veranstaltung besuchten die Züchter verschiedene Märkte in der näheren Umgebung. Dabei entstand die Idee, selbst solche Veranstaltungen abzuhalten. Im Oktober 1979 beschlossen dann die Züchter Andreas Meier, Karl Schön, Alfred Uschold, Franz Wittmann und Oswald Uschold, einen Kleintiermarkt mit anschließender Verlosung durchzuführen.

Nachdem die rechtliche Seite geklärt war, schritten die Organisatoren zur Tat. Unter anderem wurden Verkaufskäfige angefertigt, und schon im zweiten Jahr kauften sie weitere hinzu. Von Anfang an stand der Kleintiermarkt, der zum ersten Mal am 29. November 1979 über die Bühne ging, unter einem guten Stern. Einige der Gründer können noch von den anfänglichen Erfolgen berichten.

Ans Erbe anknüpfen

Aus dem gesamten Landkreis, aus Weiden, Tirschenreuth und sogar Mitterteich, kamen die Kleintierzüchter in den Ortsteil. Oftmals sei das Gasthaus Anzer regelrecht aus allen Nähten geplatzt. Die nächste Generation stand dann in den Startlöchern. Heute kann sie problemlos das Erbe ihrer Vorfahren weiterführen. Stets hätte ihnen Oswald Uschold verinnerlicht: "Gegenüber den Käufern muss es ehrlich zugehen." Felix Volkmer ist einer der Enkel des verstorbenen Kleintierzüchters, der sich an die Mahnung seines Opas hält - ebenso wie alle anderen. Aus dem Taubenmarkt, wie er früher hieß, entwickelte sich ein professioneller Kleintiermarkt, der auf großes Interesse stößt.

Anteil an der Popularität haben die Verlosungen. Karl Schön, Alfred Uschold, Andreas Zilbauer, Felix Volkmer und Johannes Uschold sind heute die Drahtzieher des Markts. Bereits am Samstag, 3. Januar, ist ab 13 Uhr der Hauptmarkt beim Gasthof Anzer in Vorbereitung.
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