Traditionelle Geselligkeit mit dem speziell eingebrauten "Ochsenbier"
Prost auf die Hutza-Abende

Kaum sind die Feiertage vorbei, senkt sich graue Dunkelheit über die Bergstadt. So ungemütlich zeigt sich das Wetter, dass niemand "einen Hund vor die Tür jagt". Es sei denn, man macht sich auf zum "Hutzan". Genau das ist jetzt wieder in verschiedenen Auerbacher Gasthäusern möglich.

Früher trafen sich die Menschen, wenn im Herbst und Winter die Arbeit auf dem Feld und im Garten getan war, in den Wohnstuben der Nachbarschaft. Sie plauderten über Gott und die Welt, musizierten und sangen gemeinsam. Es blieb auch Zeit, um Socken zu stricken, Leintücher zu besticken oder ein neues Leiberl zu nähen. "Hutza göih, des is schöi" wusste schon Rudolf Lodes, der dem Thema ein eigenes Buch gewidmet hat.

Martin Weiß knüpft an diese alte Tradition an und braut eigens dafür das "Ochsenbier". Der Name zielt auf das Auerbacher Wappentier, den Auerochsen, das in rückgezüchteter Art als Heckrind im Naturschutzgebiet Leonie wieder angesiedelt wurde. Ein metallener Ochsenkopf vor der Tür kennzeichnet das Gasthaus, das gerade das dunkle Bier vom Fass ausschenkt.

Begonnen haben die Hutzawochen - heuer läuft bereits die fünfte Runde - am vergangenen Mittwoch. Die Kulmbacher Bierstube macht den Anfang. Bis Sonntag gibt es dort noch das süffige Spezialbier. Danach lädt das Bürgerbräustüberl, im Volksmund "beim Fink" genannt, zu den Hutza-Abenden ein. Ab 19. Januar hängt das Ochsenbier-Symbol dann vor dem Café Postillion, bevor es eine Woche später zur kleinen Kneipe am Schlosshof wandert. Den Abschluss macht Wittmanns Bistro am Unteren Markt ab 8. Februar.

Für die richtige "Unterlage" kommen bei den Auerbacher Hutza-Abenden traditionelle Brotzeiten auf den Tisch. Jedes Gasthaus bietet eigene Spezialitäten an. "Beim Fink" stehen beispielsweise Karpfen oder Saibling auf der Karte. Auch frisches Butterbrot oder Griebenfett, eine Brotsuppe oder Bratwürste und Kraut sind bei den teilnehmenden Gasthäusern zu finden.
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