Traditionsmannschaft der Clubberer gegen "Loew aktiv"
18 Tore an einem heißen Tag

Machte ein gutes Spiel: FCN-Kicker Stefan Giesbert. Doch der Torwart von "Loew aktiv" hatte auch durchaus seine Qualitäten.

Das ist den alten Kämpen vom ruhmreichen 1. FC Nürnberg wohl auch noch nicht passiert. Plötzlich schnappt sich zwischen all den Männern eine Frau die Kugel und drischt sie ins Netz. Zum 12:4, wie die Zuschauer bei brütend heißer Sommerhitze auf dem Platz des TSV Detag Wernberg erfahren.

Wernberg-Köblitz. Da waren sie also, die Haudegen vom Club. Eingeladen zu einem Freundschaftsmatch beim großen Integrationsfest von Dr. Loew Soziale Dienstleistungen, "Loew aktiv" und dem TSV Detag. Von Waidhaus her zogen erste Quellwolken auf und schwül drückte die Bullenhitze dieses Juni-Samstags auf den Platz des soeben in die Bezirksliga aufgestiegenen TSV. Kaiserwetter für die Zuschauer. Doch ehrlich gesagt: Mitspielen hätte man nicht wollen.

Zwei Teams, unterschiedliche sportliche Laufbahnen. "Loew aktiv" hoch motiviert, die Traditionsmannschaft der "Clubberer" abgezockt und in vielen Schlachten erprobt. Weiß/Rot gegen Schwarz/Gelb, 90 durchaus kurzweilige Minuten. Allerdings, verfluchte Technik, begleitet von einer Lautsprecheranlage, die knarzte, knirschte und krachte.

Wacker geschlagen

Wen hatten sie dabei, die Nürnberger? Allen voran den neunfachen Nationalspieler Steff Reisch, an seiner Seite Tomas Gálásek, Michael Wiesinger, Martin Driller, Dieter Eckstein, Thomas Ziemer und noch ein paar andere, die ein Stück Fußballgeschichte schrieben. Hatten da die Gastgeber eine Chance? Nicht den Hauch. Aber sie schlugen sich wacker und schossen - wir nehmen es vorweg - stolze fünf Tore.

Nach zehn Minuten hatte Martin Driller die Sache fast schon im Alleingang erledigt. Drei Treffer, klare Führung. Doch mochten die 31 Grad auch noch so drücken: An Aufgabe dachten die Leute von "Loew aktiv" nicht. Dann aber passierte in der 20. Minute Unheilvolles. Club-Keeper Tobias Fuchs krachte im Strafraum mit einem Angreifer der Gastgeber zusammen. Kein Foul, eher ein Missgeschick, wie es oft geschieht. Mit Folgen. Beide zogen sich Kopfplatzwunden zu. Für Fuchs endete die Partie nach längerer Unterbrechung auf einer fahrbaren Trage, dann im BRK-Rettungswagen und schließlich im Krankenhaus. "Das muss wohl genäht werden", erfuhren die Zuschauer, als die Lautsprecheranlage zufällig mal wieder ihren Dienst verrichtete.

Das Spiel ging weiter und die Tore fielen fast schon wie beim Handball. 6:1 hieß es zur Pause. Als Schiedsrichter Josef Wisent abpfiff, stand es 13:5. Mit zwei sehr erwähnenswertern Szenen. Erst jagte Steff Reisch einen Elfer in die Maschen, dann lief Sabrina Blöth für die Loew-Elf zur Hochform auf und machte einen sehenswerten Treffer.

"Schon ernst zu nehmen"

Das war's. 18 Tore, fußballerische Kabinettstückchen der Nürnberger am laufenden Band und ein Kompliment an das Loewsche Team: "War schon ernst zu nehmen, dieser Gegner", ließ Tschechiens Altinternationaler Tomas Gálásek verlauten. Sprachs' - und verschwand mit seinen Kameraden unter der Dusche.

Ach ja: Da war noch dieser Satz, den Dr. Fritz Loew während des Spiels von sich gab. Er sagte: "Wenn ein paar von denen in der Zweitliga-Mannschaft des FCN stünden, dann würde es was mit dem Aufstieg". Wohl wahr. Gálásek, Wiesinger und Reisch sind ein Begriff für soliden Fußball. Die Namen der momenan auflaufenden Herren kennt man eher nicht.
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