Tragende Rollen im Chor

Als "Vereinslegenden" und "Urgesteine" bezeichnete Liedertafel-Vorsitzender Karl Ott die Mitglieder Richard Englhardt, Walter Weiß und Hans Kohl (von links). Sie wurden für 65-jähriges Singen im Chor geehrt. Bild: do

Viele, die in einem Chor singen, erzählen, wie gut ihnen das tut. Nach einer Probe fühlen sie sich neu geboren, die Sorgen sind verflogen. Von dieser Erfahrung können besonders ältere Chormitglieder "ein Lied singen" - wie Richard Englhardt, Walter Weiß und Hans Kohl.

Die drei Sänger der Liedertafel freuten sich in der Jahreshauptversammlung über eine sehr seltene Ehrung: die Auszeichnung für 65-jähriges Singen im Chor. Englhart, Weiß und Kohl gehören damit zu den "Vereinslegenden".

Sänger, Chorleiter, Vorsitzender, Ehrenvorsitzender und Ehrendirigent: Vielfältig sind die Verdienste von Walter Weiß, der seit 1949 Mitglied des Fränkischen Sängerbundes und seit 1956 der Liedertafel Eschenbach ist. Vorsitzender Karl Ott erklärte angesichts dieser Titel, Ämter und Auszeichnungen seinen Sängerfreund zum "Urgestein" des Vereins.

Verbunden mit einer Urkunde des Sängerbundes waren auch der Dank und die Glückwünsche für Richard Englhardt und Hans Kohl. Seit 1949 in der Liedertafel, gehöre Tenor Richard Englhardt noch lange nicht zum alten Eisen, sagte Ott. Und auch dem ersten Bass Hans Kohl bescheinigte er eine tragende Rolle. Ott verwies zudem auf die Verdienste des Ehrenmitglieds als langjähriger stellvertretender Vorsitzender und Vorstandsmitglied.

Die drei Geehrten - weitere treue Sänger und Mitglieder wurden für 40 bis 60 Jahre geehrt (Bericht folgt) - zählen zu den 30 Aktiven, die das Singen jung hält, wenngleich die Zahl der Jahresringe fortschreitet: Das Durchschnittsalter beträgt über 60 Jahre.

Um Nachwuchs werben

Das treibt den 65-jährigen Vorsitzenden um: Karl Ott trommelt um Nachwuchs - doch bisher vergebens. Nur ein neuer Sänger hat den Weg zur Liedertafel gefunden. Das Werben um Nachwuchs war deshalb eine der wichtigsten Botschaften in der Jahreshauptversammlung.

Ihr ging die musikalische Gestaltung der Vorabendmesse in der Stadtpfarrkirche voraus. Im Gasthof Burger freute sich Vorsitzender Karl Ott dann über eine gemütliche Runde, die mit dem Vorsitzenden auf zwei ereignisreiche Jahre zurückblickte. Nach einem Gedenken für die verstorbenen Sänger Anton Kern und Konrad Keller lobte Karl Ott die Chormitglieder als starkes und zuverlässiges Team, das mit großer Begeisterung das Liedgut pflege und mit einem vielseitigen Repertoire vielen Veranstaltungen Glanz verleihe.

Dazu zählte der Vorsitzende unter anderem die Sommerserenade mit der Stadtkapelle, das Mitwirken an den Herbstfesten der Musik des befreundeten Männergesangvereins Weiherhammer, das Frühjahrskonzert mit der Stodtbergsaitn und den Sängern aus Weiherhammer und die Mitgestaltung des Partnerschaftsjubiläums mit Eschenbach bei Luzern. Als weitere Herausforderungen für das Ensemble nannte Ott Gottesdienste und das Mitwirken am Volkstrauertag. Ein Blick in die Statistik bestätigte: "Der Chor hatte mit 61 Proben und Auftritten viel geleistet." Zu den Leistungsträgern zählte der Vorsitzende auch Chorleiterin Riita Michelson: "Sie ist fachlich und menschlich das Beste, was dem Chor passieren konnte."

Vielfältige Unterstützung

Auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz. Ott erinnerte an Grillabende bei Willi Kallmeier, die vielen Treffen im Zuge der Sommerfreizeit, die Besuche der Jubiläumsfeiern der Stadtkapelle, Geburtstagsfeiern und das gemütliche Beisammensein nach manchmal anstrengenden Proben.

Zum Tätigkeitsbericht gehörte zudem der Dank für vielfältige Unterstützung. Beispielhaft verwies Ott auf die starke Präsenz bei Arbeitseinsätzen, beim Aufbau einer vollständigen Dokumentation und bei der Archivierung des umfangreichen Notenmaterials. Er würdigte ferner die kostenfreie Überlassung des Probenraumes im Pfarrheim durch Stadtpfarrer Thomas Jeschner, die Spendenbereitschaft vieler Kulturfreunde und Institutionen sowie die gute Zusammenarbeit mit Stodtbergsaitn, Stadtkapelle, Gesellschaft Frohsinn und dem Männerchor Weiherhammer.
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