Trassengegner bedauern Gesprächsergebnis in Berlin
"Alle gegen Bayern"

Kulmain. (bkr) Das Koalitionsgespräch der Regierungsparteien am Dienstag in Berlin brachte nicht die erhoffte Entscheidung zum Bau der umstrittenen Hochspannungsleitungen von Nord- nach Süddeutschland. Seit über einem Jahr kämpfen Bürgerinitiativen (BI) der Region gegen die Gleichstromtrasse Süd-Ost.

Unzufrieden mit dem Gesprächsergebnis waren am Mittwoch die Kulmainer BI-Sprecher Markus König und Dietmar Scherer sowie Annke Gräbner von der BI Speichersdorf. Die Kulmainer hatten keine schnelle Entscheidung erwartet, "auch wenn es schön gewesen wäre". Es sei naiv gewesen zu glauben, dass richtungsweisende Entscheidungen getroffen werden. Vorher müssen andere Entscheidungen, unter anderem zu Gaskraftwerke, Strommarktdesign, Ausbau bestehender Netze, getroffen werden. "Es hat sich ja in der Arbeit des letzten Jahres gezeigt, dass die Notwendigkeit für die Süd-Ost-Passage nicht gegeben ist." Deswegen seien weitere Vorschläge von Wirtschaftsminister Gabriel zur anderen Trassenführung nicht notwendig.

Bis zur Sommerpause wollen die Koalitionsparteien eine Entscheidung treffen. Und bis dahin wolle die BI gegen die Süd-Ost-Passage, kämpfen, versicherten König und Scherer. "Im Prinzip nichts Neues", meinte Annke Gräbner. Sie befürchtet, dass im Hintergrund "die Fäden gesponnen und alle mit etwas überrumpelt werden". Bedenken hat sie auch, "dass sich alle gegen Bayern zusammenrotten".
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