Trauer um Erich Dickert
Verstorben

Erich Dickert. Archivbild: jr
Mitterteich. (jr/lnz) Erich Dickert ist tot. Der frühere Mitterteicher Bürgermeister verstarb in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag im Alter von 73 Jahren im Krankenhaus Waldsassen. Der Vater dreier Kinder war gesundheitlich schon länger angeschlagen und verlor erst im vergangenen Jahr seine Frau Rosa. Seitdem verbrachte er seinen Lebensabend im Phönix-Seniorenzentrum in Mitterteich.

Der Königshüttener arbeitete nach seiner Schulzeit zunächst als "Ofenmann" im Mitterteicher Glaswerk. In dieser Zeit, so erzählte Dickert einst, habe sich seine sozialdemokratische Gesinnung gebildet. Später nahm Dickert in Pfaffenreuth eine Tätigkeit als Gemeindeschreiber der Gemeinde Leonberg auf.

Nach der Bildung der Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Mitterteich übernahm Dickert die Leitung des Sozialamtes, 1990 das Amt des Kämmerers. "Mein Schulkamerad Karl Haberkorn hat mich gebraucht", kommentierte er das später. Erich Dickert gehörte seit 1970 der SPD an, 1978 zog er in den Tirschenreuther Kreistag ein. Bei der Kommunalwahl 1984 trat Dickert als Gegenkandidat zu Bürgermeister Karl Haberkorn an, steckte aber eine Niederlage ein.

Als Haberkorn 1991 ins Landratsamt wechselte, bewarb sich Erich Dickert um die Nachfolge und wurde mit 69,1 Prozent der Stimmen zum Rathauschef gewählt. Wie beliebt Dickert in den Folgejahren bei der Bevölkerung war, verdeutlicht die Tatsache, dass er bei der Kommunalwahl 1996 mit herausragenden 75,03 Prozent der Stimmen bestätigt wurde. Zu den wichtigsten Projekten seiner Amtszeit zählten der Bau der Ortsumgehung und der Eishalle sowie der Neubau des Rathauses. Mit ganzem Herzen hat er sich auch für die Schaffung des Seniorenheims vor Ort eingesetzt.

Sein großes Hobby war stets das Reisen, gerne war er mit seinem Wohnmobil und auf dem Motorrad unterwegs. Erich Dickert genoss das Spazierengehen im Wald, viel Zeit verbrachte er auch an seinem Teich.

Nach dem Ausscheiden aus dem Amt im Jahr 2002 zog sich Erich Dickert fast vollständig aus dem öffentlichen Leben zurück. Hin und wieder traf man ihn noch in seinem Heimatdorf Königshütte; in der dortigen Gastwirtschaft Staufer saß er gerne mit Freunden zum Fachsimpeln zusammen. Ehrungen lehnte Dickert mit der Begründung ab, er habe ja nur seine Pflicht getan. So verzichtete er etwa auf die Ernennung zum Altbürgermeister und die Annahme der Bürgermedaille.

Die Urnenbeisetzung erfolgt zu einem nicht näher genannten Zeitpunkt im engsten Familienkreis in Leonberg. (Reaktion)
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9311)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.