"Trend hin zu Naturprodukten"

Die herrliche Allee entlang der ehemaligen "Alten Heeresstraße" bei Vohenstrauß ist eines von vielen Projekten des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald. Bild: ck

Der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald hat in den 40 Jahren seines Bestehens schon einiges bewegt. Im NT-Interview sprechen Landrat Andreas Meier und Geschäftsführer Martin Koppmann über die Erfolgsgeschichte - und was vielleicht noch besser werden kann.

Beim Regionalmarkt, der am Sonntag, 13. September, von 10 bis 18 Uhr (Programm siehe Infokasten) zum zehnten Mal über die Bühne geht, feiern beide Institutionen ihre Jubiläen. Das Interview mit Landrat Meier und Koppmann führte NT-Redakteur Thorsten Schreiber.

Der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald will seit seiner Gründung am 27. Februar 1975 die Wertschätzung von Natur und Landschaft steigern. Wenn man mit offenen Augen durch die Gegend geht, scheint es noch ein weiter Weg zu sein: In vielen Orten werden Bäume gefällt oder Gärten mit Kies zugeschüttet. Manche Menschen scheinen fast Angst vor der Natur zu haben und wollen nicht mehr - wie früher - im Einklang mit ihr leben. Was kann und muss der Naturpark hier tun?

Die Art und Weise, wie Privatpersonen ihre Gärten gestalten, orientiert sich immer am Geschmack und Stil der jeweiligen Zeit und Mode. Auch eine Kombination von Kies und Bepflanzung kann durchaus reizvoll sein, zumal Kies und Stein ja auch ein originales Produkt unserer Region sind. Leider werden Bäume oftmals als Ärgernis und Belastung angesehen, wenn man zum Beispiel im Herbst das Laub beseitigen muss.

Wir können vonseiten des Naturparks in Kooperation mit beispielsweise den Obst- und Gartenbauvereinen, aber auch mit unserer Gartenfachberatung beim Landratsamt, sowohl Privatpersonen, aber auch Kommunen Tipps und Anregungen zur Gestaltung von Freiflächen und Privatgärten geben - am besten natürlich in Verbindung mit guten Beispielen aus der Praxis vor Ort.

Andererseits wird regional einkaufen immer beliebter. Inwieweit ist dafür der Naturpark verantwortlich?

Indem wir zum Beispiel mit Aktionstagen wie dem Streuobstwiesen-Tag oder durch gemeinsame Information und Werbung mit unseren Direktvermarktern immer wieder auf die hervorragende Qualität heimischer Produkte hinweisen.

Wie sehr profitiert der Naturpark von der steigenden Zahl regionaler Anbieter?

Einerseits direkt, wenn dieser Personenkreis bei uns im Verein Mitglied wird. Zum anderen aber dadurch, dass sie direkt am Endverbraucher Multiplikatoren für die Ziele und Ideen des Naturparks sind.

Wie viel Geld ist bisher in den Naturpark geflossen?

Für den gesamten Zeitraum ist es schwierig, Zahlen zu nennen. Aber in den vergangenen 15 Jahren waren das rund 15 Millionen Euro Gesamtinvestition mit einem Fördervolumen von etwa 8,2 Millionen Euro. Davon profitiert allein die Landschaftspflege mit rund 150 000 Euro pro Jahr.

Welche Projekte hat der Naturpark in den 40 Jahren auf den Weg gebracht? Was sind die Höhepunkte?

Der große Höhepunkt war die Realisierung des Bocklwegs von Vohenstrauß nach Eslarn. Da ist über die Naturpark-Förderung gelaufen. Weitere Highlights sind die Naturschutzprojekte rund um Tännesberg, besonders im Bereich des Kainzbachtals, die jetzt in der Biodiversitätsgemeinde fortgesetzt werden. Die Landschafts-Pflegemaßnahme "Teich- und Weiherlandschaften" im westlichen Naturpark-Bereich gehört auch dazu, außerdem die flächendeckende Ausgestaltung des Gebiets mit Natur-Erlebnispfaden.

Was ist für die Zukunft geplant?

Der Ausbau von Naturpark-Infostellen sowie die Erstellung von Infopunkten in jeder Mitgliedsgemeinde stehen an oberster Stelle. Damit soll der Naturpark-Gedanke noch besser in der Bevölkerung verankert werden.

Was kann sonst noch besser werden, in welchen Bereichen sehen Sie besonderen Handlungsbedarf?

Einen akuten besonderen Handlungsbedarf sehe ich eigentlich nicht. Ich denke aber, dass der Trend hin zu Naturprodukten aus heimischer Herstellung weiterhin zunehmen wird. Wir sollten also hier versuchen, unsere Angebotspalette bei den Direktvermarktern und regionalen Erzeugern weiter auszubauen.

Das Naturpark-Jubiläum soll beim zehnten Regionalmarkt in Tännesberg am Sonntag besonders gefeiert werden. Welchen Stellenwert für die Region hat diese Veranstaltung im Heimatort Ihres Vorgängers Simon Wittmann?

Simon Wittmann war immer ein überzeugter Kämpfer für die Naturpark-Idee, insofern ist sein Name nach wie vor sehr eng mit dem Naturpark verbunden und der Veranstaltungsort goldrichtig gewählt.
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