Trickreich gegen Einbrecher

Kriminalhauptkommissar Wolfgang Sennfelder, Präventionsbeamter und Fachberater bei der Kriminalpolizeiinspektion Amberg, Kriminalhauptkommissarin Martina Kronner und Präventions-Beauftragter Alexander Landgraf (Mitte) geben am Infostand Tipps, die Einbrecher scheitern lassen. Bild: frd

Was tun, wenn die Einbrecher immer dreister werden? Die Polizei will jetzt aktiv werden, bevor die Räuber Fenster aufhebeln und den Familienschmuck einsacken. Dazu haben die Beamten ihr Dienstzimmer vorübergehend in eine belebteres Areal verlagert

Unter dem bundesweit geltenden Motto "Keinbruch" informierten Kriminalhauptkommissar Wolfgang Sennfelder, Präventionsbeamter und Fachberater bei der Kriminalpolizeiinspektion Amberg, und die Oberviechtacher Kriminalhauptkommissarin Martina Kronner über vorbeugende Maßnahmen. Mit dabei war auch Präventionsbeauftragter Alexander Landgraf. Für den Info-Stand hatte die Polizei einen Lebensmittelmarkt gewählt, um möglichst viele Menschen mit Tipps zum Schutz ihres Hab und Guts zu erreichen.

Auch auf dem Land

Nicht nur in Großstädten, auch auf dem Land hat die Zahl der Einbrüche enorm zugenommen. Wie die Oberviechtacher Dienststellenleiterin Martina Kronner informierte, haben sich die Kunden besonders für die Absicherung ihres Wohneigentums bei einem Neubau interessiert. Aber auch für eine Nachrüstung hatten die Beamten gute Ratschläge parat.

Hauptkommissar Sennfelder zeigte Tür- und Fenstermodelle, Schließvorrichtungen, Alarmanlagen. Wer wollte, konnte die Broschüre "Ungebetene Gäste" mit nach Hause nehmen. Die Einbrecher, die oft ganze Straßenzüge abgrasen, werden immer dreister und kommen sogar hin und wieder am helllichten Tag an ihre Tatorte zurück", warnen die Beamten. Sennfelder zeigte auf, was bei der Beschaffung von neuen Fenstern und Türen zu achten sei, wenn die Arbeit der Einbrecher erschwert werden soll. Bei Alarmanlagen würden viele preiswerte Anlagen ihren Zweck nicht erfüllen, sie könnten allzu leicht "überlistet" werden.

Oft wird es den Einbrechern sehr leicht gemacht, wenn Bürger glauben "bei mir ist ja sowieso nichts zu holen". Erst nach einen Einbruch würden sie den Wert ihres Inventars realisieren. Trügerisch sei auch die Meinung, man sei ja gut versichert, denn nicht immer wird der Schaden allzu leichtsinniger Wohnungsinhaber auch bezahlt. Wer will kann auch die kostenlose Beratung von Fachleuten der Polizei in Anspruch nehmen.

Die Beamten appellierten an alle, sich nicht vor einem Anruf zu scheuen, wenn sie verdächtige Personen bemerken oder Autos mit fremden Kennzeichen über einen längeren Zeitraum hinweg beobachten. In solchen Fällen setzt die Polizei auf möglichst detaillierte Hinweise. Doch auch aufmerksame Nachbarn können helfen. Und generell sollten Haustüren auch tagsüber verschlossen werden. Einbruchschutz werde sogar von staatlicher Seite gefördert, informierten die Beamten.

Verhaltensregeln

"Hier wird oft am falschen Ende gespart, was bei einem Einbruch im Nachhinein sehr teuer werden kann", hat die Polizei herausgefunden. Mit sechs Goldenen Verhaltensregeln könne aber viel erreicht werden, die entsprechende Broschüre ist bei der Oberviechtacher Inspektion erhältlich.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.