"Trink ma no a Flascherl Wein"

Prämonstratenser-Abt Hermann Josef Kugler beeindruckte als Blechbläser und Sänger der Wirtshauskapelle "Zum ewigen Licht" aus dem bayerischen Schwaben - und als Moderator des Abends. Bilder: do (2)

"Ein König ist der Wein", ertönte es in der Gemeinschaftshalle in Tremmersdorf. Im Reich des Gerstensaftes und des Zoigls regierten Weinseligkeit und böhmische Blasmusik, vorgetragen von musikalischen Naturtalenten - alles Garanten für einen vergnüglichen Abend.

Wenn die Tremmersdorfer feiern, ist Kurzweil garantiert. "Ruckts zam", hieß es deshalb wieder beim Weinfest der Feuerwehr: Dicht an dicht saßen die fröhlichen Zecher im Gemeinschaftshaus. Um den Ansturm zu bewältigen, wurde die Halle einfallsreich um ein kleines Festzelt verlängert.

Ein lustiges Völkchen ließ zur Freude von Martin Rodler, dem Vorsitzenden der Feuerwehr, und seinem eingespielten Helferteam die Seele baumeln. Und als Abt Hermann Josef Kugler, Sänger, Bläser und Moderator der Wirtshauskapelle "Zum ewigen Licht" aus Weißenhorn, und Pfarrer Pater Adrian Kugler, Hornist im Ensemble, mitreißend die böhmische Erfolgspolka "Schau hinauf zum Himmelszelt, schön ist diese Welt" anstimmten, da war das begeisterte Publikum im Himmel der Glückseligkeit.

Süffige Pfälzer Weine hatten das Stimmungsbarometer rasch auf nicht mehr messbare Werte steigen lassen. Herzhafte Vesperplatten zu besucherfreundlichen Preisen bildeten die Unterlage für rasche Nachbestellungen. Immer wieder hieß es "Nu an Schoppn" oder "Trink ma no a Flascherl Wein". Auch Bürgermeister Albert Nickl genoss weinselig einen "Pfälzer" nach dem anderen. Aus dem "Wonga"-Backofen kam ständig Nachschub an Zwiebelkuchen und Bauernbrot, meisterhaft zubereitet von Hans Sticht, dem Ehrenvorsitzenden der Feuerwehr. Emmi Gradl sorgte mit deftigen Köstlichkeiten ebenfalls für kulinarische Renner.

Und die Musik dazu? Die kam mit viel Esprit und Temperament von Musikanten aus dem bayerischen Schwaben und aus Niederbayern. Unweit der Prämonstratenser-Abtei Roggenburg zu Hause, verzauberte die Wirtshauskapelle "Zum ewigen Licht" - bei ihren Proben bis zum Morgengrauen muss ewig das Licht brennen - mit Blasmusik zum Verlieben die Volksseele. Verstärkt hatte sie sich mit der "Wolfssteiner Musi" aus dem Niederbayerischen.

Überschwänglicher Jubel

Spezialisiert auf die weichen und streichelnden Klänge böhmischer und alpenländischer Volksmusik - mit dem Abt als Blechbläser, Sänger und Moderator in einem und dem Speinsharter Ortspfarrer als Vorsänger und Tenorhornist - war den Mitwirkenden auf der Bühne der überschwängliche Jubel des Publikums gewiss.

Ohne Lampenfieber

In der großen Pause hatte dann der Bläsernachwuchs aus der Pfarreiengemeinschaft Speinshart seinen ersten - und ganz großen - Auftritt. "Klosterbläser" nennt sich das Ensemble, in dem sich vor circa einem Jahr schneidige junge Leute zusammengetan haben, um die Blasmusikszene in der Region weiter zu beleben. Triebfedern sind dabei Pfarrer Adrian Kugler und Stefan Fraunhofer. Ohne Lampenfieber und vom stürmischen Beifall des Publikums getragen, kredenzten die 15 Musikanten im Alter von 12 bis 45 Jahren böhmische Blasmusik à la Ernst Mosch.

Spät soll es geworden sein - für die Feuerwehr kein Problem. "Löschen" zu jeder Tag- und Nachtzeit gehört zu ihren Pflichtaufgaben.
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