Trip in Keke Rosbergs Bus

Zwölf Meter lang ist der Rosberg-Bus, der überall ein Hingucker ist. Hunderte von Interessenten besichtigten das Wohnmobil beim Oldtimertreffen auf der Friedrichsburg. Bild: Völkl

Ob wohl Formel-1-Star Nico Rosberg hier schon als Kind gespielt hat? Hier, im Tour-Bus seines Vaters, des Weltmeisters Keke Rosberg? Der Hingucker steht in Blechhammer - und ist für einen Trip zu haben. Zwei Freunde - Herbert Hinz und Bernhard Weiß - machen es möglich.

Nabburg/Blechhammer. (cv) Seit 30 Jahren sind der 65-jährige Bodenwöherer Baumaschinen- und Nutzfahrzeughändler und der 72-jährige Transportunternehmer aus Nabburg Freunde. Warum? Wegen der Autos. Herbert Hinz schwärmt von seinem Mercedes-Haubenkipper, Baujahr 1959, mit Holzbordwänden, den er liebevoll restauriert. Bernhard Weiß von seinem Audi 100 CD 5E, aus dem Jahr 79/80 und dem legendären Samba-Bus, den er schon mal besaß oder dem roten R4 im Originalzustand. "Wir gehen gerne auf Reisen in die Zeit, als wir noch jung waren", sagen die Oldtimerfreunde lachend.

Mit allen Schikanen

Doch nun haben sie einen Coup gelandet: Der frühere Weltmeister Keke Rosberg und das Audi-Motorsportteam hatten sich für die Deutsche Tourenwagenmeisterschaft und europäische Rennen einen komfortablen Tour-Bus zugelegt. Komfortabel, das ist fast untertrieben. 1995 war das Unikat aus der Schmiede Neoplan Auwärter für Keke Rosbergs Rennsport-Team gefertigt worden. Zwölf Meter lang, vier Meter hoch, 380 PS, große, begehbare Dachterrasse, Lounge, alle Sitzbereiche mit Panoramablick, viel edles Leder, Holz, Chrom und Glas, Klimaanlage, sechs Fernseher, Satellitenanlagen, Stromaggregat, Moderatorentisch mit dem Equipement für Live-Übertragungen.

1,1 Millionen D-Mark

1,1 Millionen D-Mark hat der Formel-1-Weltmeister mal dafür hingeblättert. "Heute gibt es für die Tourbegleitung Wohnmobile auf Sattelaufleger", so Herbert Hinz. "Hydraulisch ausfahrbar." Als nun sein Kontaktmann von Neoplan Auwärter in Mainlois beiläufig erzählte, dass in absehbarer Zeit der Rosberg-Bus zum Verkauf steht, war es um die beiden Freunde geschehen. Sie kauften ihn.

Der Young-Timer hatte schon seinen ersten Großauftritt bei einer Oldtimer-Ausstellung in Vohenstrauß. Der ungewöhnliche Hingucker war im Schatten der Friedrichsburg ein Besuchermagnet. Auch in seinem neuen Domizil in Blechhammer bleiben die Passanten gerne stehen, wollen etwas über das "Keke-Mobil" wissen.

Siege gefeiert

Das Fahrzeug ist als Wohnmobil zugelassen, es reicht der Lkw-Führerschein. Ihn hat Bernhard Weiß für weitere fünf Jahre verlängern lassen. Die Freunde hatten schon eine detaillierte Einweisung. Vermietet werden kann das Gefährt nur mit Fahrer. Herbert Hinz und Bernhard Weiß glauben, dass der Bus der Renner wird. Wie viele große Namen der internationalen Rennsportgeschichte werden wohl in ihm gesessen haben, Rennstrategien entwickelt, Siege gefeiert und Niederlagen verarbeitet haben. "Er hat Geschichte, Flair. Um ihn ranken sich Erinnerungen", so Bernhard Weiß.

Herbert Hinz könnte sich vorstellen, dass Familien, die den Nachwuchs zum Kart-Rennen in Wackersdorf begleiten, oder Pferdefreunde, die Turniere besuchen, darauf abfahren. Er ist auch für Konferenzen und Partys geeignet. Wer Interesse hat, kann sich per E-Mail unter info@espig-nutzfahrzeuge.de an Herbert Hinz wenden. Derzeit wird die Schlaf-Fläche erweitert, eine kleine Küche eingebaut. Und wo der Bus auch steht, man ist mobil. Dank des Anhängers fährt immer ein Auto mit.
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