Trockene Angelegenheit

An "Mariä Himmelfahrt" wird während allen Gottesdiensten die Kräutersegnung vorgenommen. Die Kräuterbuschen bieten Mitglieder des Kolpingkreises vor dem Hauptgottesdienst zum Kauf an. Bild: hm

Kräutertag, Frauentag, Maria-Kräuter- und Wurzelweihtag oder Frauenkräuteltag: Der Feiertag Mariä Himmelfahrt hat viele Namen. Im Mittelpunkt steht die Kräuterweihe. Doch die Trockenheit macht den Sammlerinnen heuer zu schaffen.

Pfreimd. (hm) In Pfreimd wird am Samstag, 15. August, das Patrozinium der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt besonders feierlich begangen. Zum heiligen Amt, das um 10 Uhr beginnt, ziehen gemeinsam mit dem Zelebranten und dem Dienst auch die Mitglieder des Pfarrgemeinderates sowie die Fahnenabordnungen der kirchlichen Vereine in das Gotteshaus ein, um dort mit den Gläubigen einen festlichen Gottesdienst zu feiern. Er wird von der Stadtkapelle musikalisch und vom Pfarrgemeinderat mitgestaltet.

Außerdem wird am Feiertag Mariä Himmelfahrt während allen Gottesdiensten die Kräuterweihe vorgenommen. Aus alten Überlieferungen ist bekannt, dass am Vortag des Marienfestes auf Wiesen und Fluren, im Wald und auf dem Feld duftende und heilkräftige Blumen und Kräuter gesammelt wurden. Auch Getreideähren nahm man mit. Von den heilkräftigen Kräutern wurden vor allem Baldrian, Kamille, Farnkraut, Lungenkraut, Frauenmantel, Johanniskraut, Schafgarbe, Pfefferminze, Wermut, Wegwarte und Tausendguldenkraut verwendet. In die Mitte setzte man eine Königskerze. Ein Kräuterbuschen sollte aus mindestens sieben Kräutern bestehen. Diese Büschel wurden zur Weihe in die Kirche getragen und zu Hause getrocknet. Dem kranken Vieh wurden einige Kräuter unter das Futter gemischt. Aber auch den Menschen sollten diese Kräuter helfen. Wurde Tee zubereitet, so kamen einige dieser geweihten Blätter mit hinein. In manchen Orten wurde der Kräuterbüschel aufgehoben und am Dreikönigstag zum Ausräuchern der Wohnung mit verwendet. In diesem Jahr ist es wegen der anhaltenden Trockenheit sehr schwierig, blühende Kräuter in der Natur zu finden.

Die Frauen des Kolpingkreises versuchen jedoch, diesen Brauch, den sie vor 17 Jahren aufleben ließen, weiterzuführen und auch heuer Kräuterbuschen zu binden. Sie werden am Samstag vor dem Gottesdienst um 10 Uhr angeboten.
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