Trockenes Fell wichtig

Anna Maria Miller (rechts) sprach vor den Landwirten in Großbüchlberg zum Thema Kälberviehhaltung. Das Interesse der Landwirte war groß. Bild: jr

Das A und O in der Milchviehhaltung: gesunde Kälber. Daran hapert es oft. Zumindest wenn man den Ausführungen der Spezialberaterin Anna Maria Miller folgt.

Das Interesse war groß, als der Verband für landwirtschaftliche Fachbildung (VLF) in der Gaststätte "Petersklause" das Thema in einer Fachveranstaltung behandelte. Die Referentin Anna Maria Miller vom Verein zur Förderung der Rinderzucht in Nordbayern gilt als ausgewiesen Expertin.

Oft seien die Kälberverluste zu hoch. Auch mit der Qualität war die Rednerin nicht immer zufrieden. Von Lungenproblemen und Durchfallerkrankungen war da die Rede. "Und das hat oft große Auswirkungen auf die Leistung der späteren Kuh." Ein trockenes Fell sei extrem wichtig bei neugeborenen Kälbern. Das Fell müsse isolieren können. Abrubbeln, Kälberdecke oder eine Lampe nannte Millere als Hilfsmittel. "Kälber, die auskühlen werden viel schneller krank und die Gesundung dauert viel länger." Mit einer geräumigen Abkalbebucht, eingestreut und rutschsicher, gelinge ein guter Start für das neugeborene Kalb.

Die Referentin riet ihren Zuhörern auch, schon bei der Planung von Kälberställen wichtige Hinweise zu beachten. Bei größeren Betrieben sei das "Rein-Raus-Verfahren" von Bedeutung. Ein ausreichendes Platzangebot und die optimale Ausrichtung des Stalles seien für die gute Entwicklung der Kälber ebenfalls notwendig. Die Haltung von Kälbern im Iglu war für Miller eine durchaus geläufige Möglichkeit der Unterbringung. "Die Einzelhaltung in den ersten Tagen entspricht dem natürlichen Verhalten, da Kälber zu Beginn häufig alleine liegen."

Kranke Tiere sollten geschützt und gewärmt werden. "Sie benötigen Wärme und Energie." Bis zu einem Alter von fünf Monaten sei die Unterbringung auf Stroh zweckmäßig, danach sie die Haltung mit Liegebuchten eine gute Alternative. In den letzten Jahren habe bei größeren Betrieben vermehrt das Holsteiner Kälberstall-System Einzug gehalten. Anhand von Praxisbeispielen zeigte die Referentin die optimale Gestaltungsmöglichkeiten auf.
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