Tschäkepot geknackt

Ums liebe Geld in Form eines Lottogewinns ging es in dem turbulenten Theaterstück "Tante Rosels Lottoschein" von Beate Irmisch. Die kann es kaum fassen und muss sich lästiger Bittsteller erwehren. Bild: prh

Die Laienspieler des Störnsteiner Schlossbergtheaters begeisterten mit dem Theaterstück "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt". Einmal mehr ist es ihnen gelungen, ein hochdeutsches Stück perfekt in Dialekt zu adaptieren und dabei die Oberpfälzer Lebensart einzubringen.

Wurz. (prh) Geld weckt Begehrlichkeiten, und beim schnöden Mammon hört bekanntlich die Freundschaft auf. Um all dies und einen Lottogewinn ging es auch in dem turbulenten Theaterstück, das die Laienspielgruppe des "Störnsteiner Schlossbergtheaters" im Gemeindesaal zur Premierenaufführung brachte. Der routinierten und talentierten Gruppe gelang ein glänzender Auftakt zu elf weiteren Vorstellungen. Regie führte Herbert Mittelmeier.

Gier nach 7,5 Millionen

Tante Rosel (Ulla Kick) hat nach 50 Jahren regelmäßigen Lottospielens 7,5 Millionen Euro gewonnen. Sechs Richtige mit Zusatzzahl - "Tschäkepot geknackt". Als diese die Nachricht von der Lottozentrale am Telefon erfährt, haut es sie glatt um. Neffe Hermann (Josef Schieder), dessen Ehefrau Otti (Andrea Holweg) und Kneckt Karl (Rudi Förster) schaffen die Totgeglaubte gleich in den Kühlraum des Bauernhofs, zwischen die dort aufgehängten Schweinehälften. Herr Glückauf (Tom Kraus), der Glücksbote der Lottozentrale ist im Anmarsch, um das Geld auszuhändigen. Um sich den Gewinn nicht entgehen zu lassen, schlüpft Knecht Karl in die Kleider und Rolle der Tante Rosel. Auch der andere Neffe Eberhard (Johannes Meiler) und dessen attraktive tschechische Frau Olinka (Anita Nastvogel) schalten sich ein, und plötzlich steht der Glücksbote drei Gewinnerinnen in gleichen Kleidern gegenüber. Tante Rosel selbst ist durch die niedrigen Temperaturen im Kühlhaus von den Toten auferstanden.

Doch der Lottoschein war wie vom Erdboden verschluckt. Die verschmitzte Seniorin hatte mit "Glück auf" und dem Dorfgeistlichen (Benjamin Nastvogel) einen Deal gemacht und ließ den Gewinn zum Schein sausen. Am Ende zeigten sich die wahren Freunde. Die Schmarotzer wie "Eberhardchen" und sexy Olinka sprangen ab. Auch Lottoannahmestellenbetreiberin Elfriede Emsig (Elisabeth Nasz) verließ erbost die Bühne. Die Gewinner waren am Ende die Familie, in der Tante Rosel lebte, und der Pfarrer, dem sie ein Jahr später eine neue Orgel spendierte, anonym, versteht sich.

Einmal mehr ist es den Protagonisten auf der Bühne gelungen, durch ihr Spiel zu überzeugen. Sie setzten die teils turbulente Handlung perfekt in Szene. Im dritten Akt ging es etwas gemächlicher zu. Eindrucksvoll wurde vor Augen geführt, was echte Freunde und Familie bedeuten und wer nur aufspringen und profitieren will vom großen Gewinn. "Rien ne va plus - nichts geht mehr" rief Rosel am Ende aus und verabschiedete sich nach Monte Carlo.

Vorstellungen ausverkauft

Noch elf Mal wird das Stück im Gemeindesaal in Wurz aufgeführt. Am Ende werden über 1200 Zuschauer den Schwank gesehen haben. Alle Vorstellungen sind bereits ausverkauft.
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