Überblick im Untergrund

Ist eine Straße marode, ist das weder zu übersehen noch bleibt es beim Fahren unbemerkt. Ganz im Gegensatz zur Infrastruktur in der Erde, sprich zum Kanalnetz. Auch hier will sich die Kommune Klarheit verschaffen, auch wenn sie dabei einige unangenehme Überraschungen erwartet.

Kulmain. (bkr) Der Gemeinderat beschloss am Dienstag in der Sitzung, einen Zuwendungsantrag aus dem Sonderförderprogramm "Kanalkataster" zu stellen. Für Bürgermeister Günter Kopp ist es eine gute Sache, EDV-gestützte Daten und Pläne über den Bauzustand der kommunalen Kanäle zu besitzen. Die Aufwendungen dafür fließen als Unterhaltskosten in die Kalkulation der Abwassergebühren mit ein.

Für den ordnungsgemäßen Betrieb und dem Erhalt des Kanalnetzes sei es unumgänglich, einen Überblick über den Bestand und Zustand der Leitungen zu bekommen. Über einen derartigen Schritt sei bereits öfters diskutiert worden, führte der Rathauschef aus. Eine Chance, die kommunalen Aufwendungen dafür zu senken, sah er in dem Sonderförderprogramm, auch wenn der Zuschuss nur einen Euro pro Kanalmeter beträgt. Bestenfalls wird dadurch eine Förderung von 20 Prozent erreicht.

Das Förderprogramm soll über die Laufzeit der "Richtlinien zu Zuwendungen wasserwirtschaftlichen Vorhaben 2013" über das Jahresende 2015 für voraussichtlich Ende 2019 gelten, informierte Kopp. Die EDV-gestützte Kanaldatenbank wird mindestens die Höhenlage und Lage-Koordinaten der Kanalschachtdeckel, die Höhenlage der Schachtsohle, Längen, Durchmesser und Zustand der Kanalhaltungen und eine Zustandsbeurteilung enthalten. Zudem sollen der mittel- und kurzfristige Handlungsbedarf, Standorte der Sonderbauwerke, Pumpen und Messeinrichtungen sowie Einleitungsstellen aufgeführt werden.

"Wir haben sehr wenig Überblick über die Gemeindekanäle, über ihren Zustand und ebenso über die Hausanschlüsse", stellte Albert Sollfrank (CSU) fest. Zum erwarteten Ergebnis des Kanalkatasters prophezeite er: "Wir werden extrem negativ überrascht sein." Ein kurz- bis langfristiges Sanierungsprogramm wird nach seinen Worten unumgänglich werden. Auch Kopp befürchtete: "Wir werden bestimmt auf einiges stoßen, was uns nicht so schmecken wird."
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