Überflieger ohne Motor

Das Arcus-Team mit Marc Fuchs, Edith Mehler, Ludwig Mehler und Hans Stock hat gut lachen: Mit dem zweisitzigem Segler flogen die Piloten des Grafenwöhrer Segelflugvereins unter anderem zum Vize-Titel bei der Deutschen Meisterschaft im Streckenflug in Bayern ein. Bild: hfz

Die Bürger feiern am Samstag den Tag der Deutschen Einheit. Als sich vor 25 Jahren West- und Ostdeutschland wiedervereinten, jubelten auch die hiesigen Segelflieger. Die Öffnung der Grenzen und somit des Luftraums machte das Thermikfliegen über den Mittelgebirgen möglich - und ebnete dem Arcus-Team den Weg für seine jüngsten Erfolge.

Grafenwöhr/Erbendorf. Bei der dezentralen Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug (DMSt) flog Hans Stock aus Eschenbach vom Segelflugverein Grafenwöhr zur bayerischen Vizemeisterschaft. Er nutzte die Hitzewelle im August, die wahre Thermikautobahnen in den Himmel "baute", vorbildlich und ließ mit seinen drei besten Flügen in der Doppelsitzerklasse sogar Europa-Rekord-Flieger Mathias Schunk von der Segelfluggruppe Isartal hinter sich.

Auch Stocks Mannschaftskollegen Marc Fuchs aus Kohlberg und Edith Mehler aus Tirschenreuth bewiesen hervorragendes Können in dieser Kategorie. Beide platzierten sich unter den ersten Zehn der DMSt in Bayern. Beim Baron-Hilton-Cup (BHC) landete Stock mit einem Dreiecksflug von Erbendorf über Most (Tschechoslowakei) und Linz (Österreich) als Wende auf einem hervorragenden dritten Rang.

Mit dem von Schempp-Hirth gebauten zweisitzigen Segler vom Typ Arcus mit 20 Metern Spannweite legten die drei Grafenwöhrer Piloten sowie Ludwig Mehler im Jahr 2015 eine Strecke von rund 25 000 Kilometer zurück. Dafür absolvierten sie Flüge in den Bayerischen Wald bis nach Linz, ins Erzgebirge, zum Sandsteingebirge nach Görlitz, in den Thüringer Wald, in den Schwarzwald sowie über die Schwäbische Alp. Diese sind im Online Contest (OLC, siehe Kasten) dokumentiert.

Bei dem auf dieser Internetplattform unter der Rubrik Bundesliga beziehungsweise Regionalliga geführten Wettbewerb handelt es sich wie beim Fußball um einen Mannschaft-Regelwettbewerb - samt Auf- und Abstiegsmöglichkeiten. In diesen Runden zählen die am Wochenende in 2,5 Stunden geflogenen schnellsten Durchschnitts-Geschwindigkeiten von drei Seglern. Wegen besseren Wertungs-Chancen arbeitete der Segelflugverein Grafenwöhr mit dem Aero-Club Erbendorf unter den Namen Segelfluggemeinschaft Steinwald zusammen. Jedoch litt das Aero-Club-Team unter technikbedingten Ausfällen, so dass am Ende - wie im Vorjahr - nur ein fünfter Platz zu Buche stand. Das Arcus-Team peilt mit weiteren guten Piloten in der Steinwald-Mannschaft im nächsten Jahr den Aufstieg in die Bundesliga an.

Punkte holten die Oberpfälzer zudem in der Durchschnittsgeschwindigkeit-Wertung, obwohl hier auch die Offene Klasse mit dabei ist. Marc Fuchs schaffte einen hervorragenden elften Rang vor dem Bayreuther Streckenrekordhalter Alexander Müller.
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