Übung mit echt blutiger Nase

Auch die Erstversorgung geretteter Verletzter mussten die Wehrleute üben.

Feuer in Winbuch! Ein Bauernhof brennt lichterloh. Zu allem Unglück wird die eh schon reichlich beschäftigte Feuerwehr auch noch zu einem schweren Verkehrsunfall gerufen. Gott sei Dank ist das nicht wirklich passiert, sondern war eine sehr real dargestellte Übung von acht Feuerwehren.

Winbuch, Adertshausen, Mendorferbuch/Egelsheim, Vilshofen, Emhof, Dietldorf, Pilsheim und Schmidmühlen beteiligten sich an diesem Szenario, bei dem auch sieben vermisste Personen in den Flammen gesucht werden mussten. Insgesamt 94 Aktive waren eingebunden und mussten ihr Können unter Beweis stellen. Um 15 Uhr hatte die Einsatzzentrale Amberg durch Sirenen die Wehrmänner alarmiert und auf den Weg nach Winbuch geschickt, um ein landwirtschaftliches Anwesen zu löschen.

Anspruchsvolle Aufgabe

Die Einsatzleitung hatte Kommandant Reinhard Götz übernommen, der sich mit seinem Team viel hatte einfallen lassen, um die Übung anspruchsvoll zu gestalten. Einige Vorbereitungsstunden der FFW Winbuch und etliche Vor-Ort-Besprechungen (unter anderem mit dem Hofbesitzer und Spender des "Unfallautos", Ludwig Spies, dem BRK-Verantwortlichen Christian Neumaier und Schminker der Verletzten, Horst Stöckl) waren nötig, um das auf die Beine zu stellen.

Die Kräfte aus Winbuch hatten bereits mit dem Erstangriff von außen begonnen. Die Wasserversorgung aus Rückhaltebecken und der Löschaufbau von der Gebäuderückseite wurden von FFW Dietldorf, Emhof und Pilsheim übernommen; um den Überflurhydrant für den Innenangriff kümmerten sich Mendorferbuch und Schmidmühlen.

Für den Außenangriff über die Stirnseite war die Wehr aus Adertshausen zuständig. Die FFW Vilshofen als Reserve im Hintergrund stellte Atemschutzträger (Innenangriff und Atemschutzorganisation von Schmidmühlen; Atemschutzträgertrupps wurden aus allen Wehren gemischt zusammengestellt).

Vermisste in den Flammen

Die vermissten Personen mussten gesucht, geborgen und mit Erster Hilfe versorgt werden. Die Atemschutzgeräteträger waren zur Bergung ins Gebäude eingedrungen und brachten die Leute nach draußen. BRK-Mitarbeiter begutachteten die Vorgehensweise bei der Erstversorgung und thematisierten die richtigen Hilfeleistungen.

Kommandant Reinhard Götz lobte bei der Abschlussbesprechung den "relativ reibungslosen, unfallfreien Ablauf" - mit Ausnahme einer wirklich blutenden Nase. Auch Bürgermeister Peter Braun zollte für die "gute Zusammenarbeit" Respekt und Horst Stöckl vom BRK wies darauf hin, dass neben allen feuerwehrtechnischen Aufgaben vor allem die Verletzten im Vordergrund stehen.

Kreisbrandinspektor Hubert Blödt war im Großen und Ganzen zufrieden, nannte aber auch einige Punkte, die bei einem derartigen Einsatz effektiver ausgeführt werden sollten. (Hintergrund)
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