Ultratrail wird zur Tortur

Die Wege am Berg waren kaum zu bewältigen. Bilder: lhc (2)

Schnee und Regen beim Langstrecken-Berglauf Zugspitz-Ultratrail: Die Starter Daniel Kraus, Jürgen Hartmann und Siegfried Hierl vom RSC Neukirchen hatten mit widrigen Bedingungen zu kämpfen. Es sollte eine besondere Herausforderung für Mensch und Material werden.

Wegen der extrem schlechten Wetterverhältnisse mit Schneefall ab einer Höhe von 1700 Metern und Dauerregen - teilweise goss es aus Kübeln - verkürzten die Veranstalter die Originalstrecke (100 Kilometer, 5800 Höhenmeter) auf 91 Kilometer und 4900 Höhenmeter. Insgesamt waren rund 750 Läufer aus 50 Nationen gemeldet Rund 100 von ihnen gingen wegen der extremen Wetter- und Streckenverhältnisse gar nicht an den Start, 50 Läufer gaben unterwegs auf.

Die Strecke führte in Grainau beginnend über hier noch gut zu laufende Feldwege und Singletrails hinauf zum Eibsee. Der Anstieg zum Grenzübergang nach Österreich ließ schon erahnen, wie die weiteren Streckenabschnitte aussehen würden. "Der anhaltende Dauerregen verwandelte die ansteigenden Pfade zu Schlammbahnen, die Bergabstrecken waren für viele rutschend leichter zu bewältigen als beim Laufen. Grip ging nur über Technik und Mut", erläuterte Hartmann. Höhepunkt war der Anstieg hinauf zum Scharnitzjoch auf 2048 Meter. Hier fanden die Läufer eine geschlossene Schneedecke vor. Vor allem auf den ersten Kilometern bergab Richtung Mittenwald stürzten viele Läufer.

Matsch und Schnee

Der weiche Fall in Matsch und Schnee verhinderte jedoch meist schlimme Verletzungen. Der weitere Streckenverlauf - unter anderem über den Ferchensee - ließ sich, im Gegensatz zu den Kilometern davor, ganz gut laufen. Der letzte Anstieg bei Kilometer 83 hinauf Richtung Alpspitze (600 Höhenmeter) hatte es dann noch einmal in sich. Auf den vielen serpentinenartig verwurzelten Wegen kamen den Läufern Unmengen an Wasser entgegen, so dass man mehr in einem Bach als auf einem Weg lief. Der letzte Abstieg hinunter führte über glitschige Steine und viele hölzerne Stufen ins Ziel nach Grainau. Hier war noch mal höchste Vorsicht geboten, bevor man sich als Finisher dieser Tortur im Ziel von den Zuschauern feiern lassen durfte.

Daniel Kraus benötigte für die 91 Kilometer 11:42 Stunden, was in der Gesamtwertung Platz 22 (Altersklasse Platz 18) bedeutete. Jürgen Hartmann kam als 86. ins Ziel, in der Altersklasse war dies mit einer Zeit von 13:34 Stunden Platz 56. Siegfried Hierl erreichte nach 16:06 Stunden das Ziel, was insgesamt Platz 257 und Platz 106 in seiner Altersklasse entsprach. Für ihn war's ein gutes Training für den Saisonhöhepunkt im August: Hier will er beim "Swiss Iron Trail" die 200-Kilometer-Strecke laufen.
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