Ums Hotel brodelt's erneut

Vom einst blühenden Romantikhotel ist nur noch wenig übrig. Nun brodelt hauptsächlich die Gerüchteküche. "Der Ruder macht endgültig dicht", vermuten viele Bergstädter. Sogar von massenhaften Absagen von Veranstaltungen im gleichnamigen Saal ist die Rede.

Nach Informationen, die unserer Zeitung vorliegen, endet am Samstag, 28. Februar, lediglich der Pachtvertrag zwischen dem Betreiber der Hotel Goldner Löwe GmbH mit der Besitzerfamilie Ruder. "Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass der Goldne Löwe am Samstag für immer schließt", erklärte Rechtsanwalt und vorläufiger Insolvenzverwalter Stefan Puhlmann gestern unserer Zeitung. Nach einem Insolvenzantrag der Hotel-GmbH hat der Amberger Jurist dort seit Januar das Sagen (wir berichteten).

Integrierte Metzgerei

Die Familie Ruder betrieb das Traditionshotel und die integrierte Metzgerei seit vielen Jahren. Das Amtsgericht Amberg bestellte am 16. Januar den Rechtsanwalt Stefan Puhlmann zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Er soll das noch vorhandene Vermögen der Hotel Goldner Löwe GmbH für die Gläubiger sichern. Eine Aufgabe des Fachanwalts für Insolvenzrecht war, zu untersuchen, welche Möglichkeiten für eine Fortführung des Hauses bestehen. Für die Familie Ruder bedeutete das, dass sie sich weiter um den laufenden Betrieb kümmerte.

Die Hotel Goldner Löwe GmbH hatte zwei Geschäftsbereiche, das Hotel und die Metzgerei. Wie Puhlman unserer Zeitung im Januar erklärte, habe er versucht, beide Teile weitgehend normal weiterzuführen. Das Sorgenkind war weniger die Metzgerei. Schwierigkeiten sah er seinerzeit für die Zukunft des Hotels. Es gab und gibt schlichtweg keine Gäste. Ob der Betrieb noch zu retten ist, hängt von vielen Faktoren ab. "Momentan ist die Zukunft des Goldnen Löwens leider weiter ungewiss", erklärte Puhlmann, der eventuell bald vom Gericht als "echter" Insolvenzverwalter eingesetzt wird, um die GmbH abzuwickeln.

Hauptziel ist weiter, einen neuen Betreiber zu finden, gegebenenfalls mit einem neuen Konzept. Nach Informationen, die der SRZ vorliegen, hatte sogar eine Hoteliersfamilie aus der Region Interesse signalisiert. Verhandlungen verliefen jedoch erfolglos.

Von einer Schließung des Goldnen Löwen wären viele Vereine betroffen, die jahrzehntelang im Ruder-Saal unzählige Veranstaltungen abhielten. Die Bergknappen oder der Männergesangverein 1884, die dort proben, müssten sich nach einem anderen Saal umsehen.
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