Und die Holzwarths schreiben Geschichte bei der Holnsteiner Kirwa
Tanzen, Gurzen, Singen

Auf der Leiter thronend, ließ sich der Oberkirwabursch von den Moilan um den Baum tragen. Bilder: fm
Es war wohl das erste Mal in 30 Jahren Holnsteiner Kirwageschichte, dass eine Familie den Baumspender und drei Boum stellt - und aus deren Reihen kommt dann gar noch der Oberkirwabursch. Das Kabinettstück der Holzwarths aus Gaisheim wurde gebührend gefeiert.

Beginn mit Ausgraben

Das lange Wochenende begann mit dem Ausgraben des Fests samt Schlachtschüsselessen. Der Kirwa-stodl war am nächsten Abend Schauplatz einer Plattenparty. Kaum ausgeschlafen, ging es am Samstag in den Wald von Reiner Holzwarth, um den Baum zu fällen. Es folgte der Schmuck mit Schnitzereien und Girlanden sowie der Transport zum Schlossplatz, wo sich junge und ältere Mannsbilder zum Aufstellen bereit machten. Karlheinz Pilhöfer dirigierte die Handarbeit am 30-Meter-Hünen, beobachtet von etlichen Zaungästen. Die Kirchenreinbacher Spitzboum spielten dazu.

Der Sonntag kam ab dem frühen Nachmittag mit Schiffschaukel, Schießbude, Pfeilwerfen und Süßwarenstand in Schwung. Zum Suchen der Moila machten sich die Burschen mit Pferdegespann und Schlepperanhänger sowie den Spitzboum auf nach Gaisheim. Zustiege gab's auch in Holnstein und Oberreinbach, und zurück ging's zum Austanzen.

In Holnstein warteten viele Gäste auf den Höhepunkt der Kirwa. Die 19 Paare ließen sich nicht lumpen und boten eine gute halbe Stunde das alte Brauchtum mit Tanzen, Gurzen und Singen. Als der Wecker klingelte, hatte Madlen Gradl den Strauß in der Hand und wurde mit Partner Bernd Holzwarth zum Oberkirwapaar gekürt. Krug und Tüchl holten sie sich von der waagrechten Leiter aus. Nach der Ehrenrunde steuerten die Paare den Freiluft-Tanzboden beim Wirt für die Schlussrunde an. Das fröhliche Treiben setzte sich zu den Klängen der Bergwald-Musik bis in die späten Abendstunden fort.

Alte Paare überredet

Auch die Nachkirchweih hatte es in sich: Die Paare machten mit ihrem Umzug die Nachbarorte Mittelreinbach, Gaisheim und Oberreinbach unsicher. Die alten Kirwapaare hatten sich überreden lassen, den Baum noch einmal auszutanzen, was am frühen Abend mit viel Hallo geschah.
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