Und nicht nur das: Glühendes Land bei der Sommerausstellung der Kunstpartner Galerie ...
Zwei Künstler, denen es auf den Nägeln brennt

Gebrannte Erde, gebrannte Kinder: Die Arbeiten Alina Bugas rütteln in der Kunstpartner Galerie Adlmannstein auf. Bild: Wolke
Adlmannstein.Das Mädchen hat einen kahl geschorenen Kopf. Sein Geschlechtsteil ist entblößt, auf dem spärlich bedeckten Oberkörper prangt eine Zielscheibe. "Jeder kann das für sich interpretieren", sagt Ingo Kübler über die beunruhigende Tonfigur von Alina Buga. Sicher sein dürfte dabei jedenfalls: Es handelt sich um eine Anklage - sei es über Misshandlung oder Ausbeutung, global oder gefährlich nahe.

"Alina Buga ist eine Künstlerin, die sich stetig einmischt." Das bestätigt auch Wilma Rapf-Karikari. Sie und Ingo Kübler haben die aus Rumänien stammende und seit einiger Zeit in Regensburg arbeitende Künstlerin für ihre traditionelle Sommerausstellung nach Adlmannstein geholt. "Gebrannte Erde - Brennendes Land" lautet der Titel der Schau in der dortigen "Kunstpartner Galerie".

Keine Sorglosigkeit

In den alten Stallgewölben eines geschichtsträchtigen Hauses, zwischen Pfingstrosenrabatten und Eiskeller verstören hier die Arbeiten Alina Bugas. Von einer sorglosen Sommersprossen-Stimmung, eigentlich einem Kennzeichen der Adlmannsteiner Ausstellungen, ist hier nichts zu spüren. Zumindest nicht, was Alina Buga betrifft. In schmalen Tonnenräumen und dem wahrhaft eiskalten und tiefen Keller - hier wird eine Pistole auf einen Kopf gerichtet - zieht die Künstlerin andere Seiten auf. Dennoch: Die Tonarbeiten Bugas fügen sich rein visuell durchaus ein ins ästhetische Programm der Kunstgalerie Adlmannstein. Archaisch, erdig, der Natur verbunden - das passt ins Konzept. Und außerdem gibt es da noch Bernhard Maria Fuchs. Bilder des im vergangenen Jahr verstorbenen Regensburger Künstlers sind ebenfalls in der Adlmannsteiner Sommerausstellung zu sehen. Vielfarbig, abstrahiert, einem Feuerwerk an Sinneseindrücken gleich: So ist die Natur in seinen Gemälden eingefangen.

Unter dem Himmel malen

Was Bernhard Maria Fuchs draußen sah, spürte, roch und hörte, das konnte er keinen Augenblick für sich behalten: Dieser Eindruck entsteht bei den Darstellungen, die regelrecht in einem Atemzug auf den Bildträger gebannt sind. "Bernhard Maria Fuchs war ein absoluter Pleinair-Maler", beschreibt es Ingo Kübler. Die Maxime des Künstlers lautete: unter dem Himmel malen. In einem Zug, an einem Tag.

"Hitzebogen" oder "Brennendes Feld". So nannte Fuchs seine Bilder, in denen er nicht nur die visuellen Eindrücke wiedergab. In Adlmannstein ergänzen sich die Arbeiten nicht zuletzt von den Titeln her mit den in mehrerlei Hinsicht gebrannten Figuren Alina Bugas.

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Die Ausstellung "Gebrannte Erde - Brennendes Land" läuft bis zum 28. Juni in der Kunstpartner Galerie Adlmannstein, Altenthanner Straße 1. Öffnungszeiten sind Sonntag von 14 bis 17 Uhr und Mittwoch von 18 bis 20 Uhr. Jeden Mittwoch gibt es "Gutes Brot & Tinto de Verano". Weitere Infos unter Telefon 09408/1316 oder unter www.kunstpartner.eu.
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