Unfall auf der A 6: Unterschenkel abgetrennt
In Lebensgefahr

Der Unfall ereignete sich kurz nach dem Autobahnparkplatz Wittschauer Höhe an der Landkreisgrenze. Das Motorrad prallte auf den Skoda und kam völlig demoliert zum Liegen. Der 57-jährige Fahrer wurde schwerst, sein Sohn lebensgefährlich verletzt. Das tragische Geschehen hatte ein Klein-Lastwagen, von dem sich ein Zwillingsreifen gelöst hatte, verursacht. Der Autobahnabschnitt musste für längere Zeit gesperrt, der Verkehr umgeleitet werden. Bild: Völkl
Wernberg-Köblitz-Wittschau. (cv) Der junge Mann wurde lebensgefährlich verletzt, doch er lebt: Bei einem schweren Unfall auf der A 6 hatte am Freitag ein 23-jähriger Italiener das Glück, von einem amerikanischen Arzt und einer Krankenschwester aus Pleystein erstversorgt zu werden. Sie waren zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Die Feuerwehr Vohenstrauß und der Rettungsdienst wurden kurz vor 10 Uhr alarmiert. Auf der A 6 hatte sich zwischen den Anschlussstellen Leuchtenberg und Wernberg-Ost ein schwerer Unfall ereignet. Der 64-jährige Fahrer eines tschechischen Kleinlastwagens war in Richtung Nürnberg unterwegs, als sich vermutlich aufgrund eines technischen Defekts links hinten die Zwillingsbereifung löste. Der Kleinlastwagen geriet ins Schleudern. Auf der Überholspur fuhr ein Skoda, in dem ein tschechisches Ehepaar saß. Der 67-Jährige Pkw-Lenker bremste ab, versuchte auf der Spur zu bleiben.

Ein nachfolgender 57-jähriger Motorradfahrer sah seine einzige Chance darin, zwischen Klein-Lkw und Auto durchzufahren. Er prallte dabei mit voller Wucht mit seiner BMW 1200 auf das rechte Heck des Skodas. Der Pkw-Lenker und seine Frau blieben unverletzt. Dramatisch endete der Unfall für den italienischen Motorradfahrer und seinen 23-jährigen Sohn auf dem Sozius. Beide wurden auf die Fahrbahn beziehungsweise auf das Bankett geschleudert. Rettungsdienst und Hubschrauber wurden an die Unfallstelle gerufen. Laut Verkehrspolizeiinspektion Amberg hatten es die Rettungskräfte schwer, an die Unfallstelle zu gelangen, da die im Stau stehenden Autofahrer anfangs keine Rettungsgasse bildeten.

Die schwerst- beziehungsweise lebensbedrohlich Verletzten hatten noch Glück im Unglück: Ein amerikanischer Arzt, der zur Unfallstelle kam, kümmerte sich um den 23-Jährigen, dem der linke Unterschenkel abgetrennt worden war. Eine Krankenschwester aus Pleystein leistete dem 57-jährigen Vater Erste Hilfe. Der junge Mann wurde mit dem Hubschrauber ins Klinikum Amberg geflogen, seinen Vater brachte der Rettungsdienst ins Klinikum Weiden.

An der Unfallstelle bildete sich ein vier Kilometer langer Stau. Die Verkehrspolizei Weiden unterstützte die VPI Amberg, ließ die Fahrzeuge wenden und lotste sie aus dem Stau. Zur Klärung des Unfallherganges wurde ein Sachverständiger hinzugezogen. Die VPI Amberg gibt den Sachschaden an Motorrad, Skoda und Klein-Lkw mit knapp 50 000 Euro an.
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