Unfallfahrer ist plötzlich weg

Der Mercedes war nach dem Unfall nur per Kran aus den Bäumen herauszubekommen. Bild: hfz

Als die Polizei eintraf, war der Unfallverursacher verschwunden. Also große Suchaktion. Doch der 73-Jährige blieb verschollen. Erst am Donnerstagmorgen hörte man Neues von ihm.

Der 73-jährige Landkreisbewohner hatte wenige Minuten nach Mitternacht die Kurve nicht gekriegt.

Oder konkreter: Eigentlich wollte er mit seinem Mercedes zwischen Michelfeld und Auerbach von der B 470 in die B 85 abbiegen. Im Auffahrkreisel allerdings kam er in der Rechtskurve nach links von der Straße ab, fuhr eine etwa fünf Meter hohe Böschung hinauf und prallte in eine Baumgruppe. Das Autowrack blieb in der Böschung hängen. Warum der Mann geradeaus weitergefahren war, konnte Hauptkommissar Michael Kernebeck von der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg am Donnerstag noch nicht genau sagen, denn nach dem eigentlichen Unfall begann erst der richtig ungewöhnliche Teil der Geschichte:

Über 50 Leute suchen

Der 73-Jährige konnte zunächst ohne fremde Hilfe aus seinem Wagen aussteigen. Andere Verkehrsteilnehmer, die auf ihn aufmerksam wurden, verständigten den Rettungsdienst und sicherten die Unfallstelle ab. Das nutzte der 73-Jährige, um sich - zu Fuß - aus dem Staub zu machen. Als die Polizei eintraf, war er schon weg. Weil niemand wusste, wie schwer sich der Mann bei dem Unfall verletzt hatte, leitete die Polizei eine Suche nach ihm ein, erst einmal rund um den Unfallort. Mehrere Polizeistreifen und Diensthundeführer machten dabei mit, auch die Feuerwehren Auerbach und Michelfeld mit rund 40 Leuten sowie der Rettungsdienst.

Gegen 1.30 Uhr gaben sie die Suche ergebnislos auf. Polizeibeamte stellten nun nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Amberg den Unfallwagen, der mal einen Zeitwert von etwa 38 000 Euro gehabt haben dürfte, sicher und suchten sowohl im Wohnhaus als auch im Betrieb des 73-Jährigen nach ihm. Allein, er blieb verschwunden. Erst in den frühen Morgenstunden des Donnerstags wurde laut Kernebeck "über Angehörige bekannt, dass der Unfallverursacher wohlauf ist". Er war demnach unverletzt. Das Tageslicht zeigte an der Unfallstelle aber auch, dass er einen Fremdschaden in Höhe von rund 3000 Euro angerichtet hatte.

Polizei zieht Konsequenzen

Dass der 73-Jährige nach dem Unfall Fersengeld gab, brachte ihm Ermittlungen der Sulzbach-Rosenberger PI wegen mehrerer verkehrsrechtlicher Verstöße ein. Kernebeck bittet weitere Zeugen, die etwas von dem Unfall mitbekommen haben, sich unter 09661/87 44-0 mit der Polizei in Verbindung zu setzen.
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