Ungewöhnliches Muttertagskonzert der Raith-Schwestern
In Ringelstrümpfen gegen Depression

Pressath. (is) Das Motto des Kabarettabends "I mog's bunt" traf die Besucher im voll besetzten Pfarrsaal mitten ins Herz. Mit ihrem Programm präsentierten sich die Raith-Schwestern Tanja und Susi samt dem "Blaimer" und ihrer Band locker, kess und "leicht verrückt".

Dazu trug sicherlich auch das Outfit der Gruppe, die in bunten Ringelstrümpfen und in kurzen Lederhosen auf der Bühne stand, bei. Im Oberpfälzer Dialekt gaben die Drei, musikalisch begleitet von Max Seelos am Schlagzeug und vom "Ameisenmichl" Michael Straube am Bass, ihre Weisheiten zum Besten.

Mit ihren kraftvollen Stimmen beherrschten Tanja und Susi den Rock ebenso wie den bayerischen Jodler. Tanjas Ehemann Andi Blaimer überzeugte als Alt-Hippie mit hüftlangem, strohweißem Haar. Seine Rolle als von kleinen und großen Wehwehchen geplagter Ehemann spielte er so überzeugend, dass vor allem die anwesenden Männer Mitleid mit ihm hatten.

Seine "Gebrechen" täuschten aber nicht darüber hinweg, welch großes musikalisches und gesangliches Talent in ihm schlummert. Bei der gemeinsamen Erinnerung an die Schlager der Kindheit und der Jugend sprang auf Anhieb der Funke der Begeisterung auf das Publikum über. Die Raith-Schwestern führten ihre Zuhörer mehr als 40 Jahre zurück in die Vergangenheit. Da erlebte die Zeit der gelben "Resi-Schmelz-Eimer" als "Vorläufer der Tupperware" fröhliche Auferstehung.

Freizeitstress hausgemacht

Ebenso liebevoll erinnerten die Geschwister an ihren ersten Plattenspieler mit dem Hit "Da Kaffee is ferti" von Peter Cornelius oder an die Flippers. Geschickt verstand es Tanja Raith vor allem die männlichen Gäste mit in das Programm zu integrieren. Da zitierte sie immer wieder den "Karlheinz" sowie den "Josef" und machte die Midlife-Crisis der Männer ab 50 zum Thema. Die Begriffe "Dipreschn" (Depression) und "Börnaud" (Burnout) wurden erläutert und mit dem Lied "Lach amol" ein Denkmal gesetzt. Melancholische Töne schlug die Truppe bei "Alloa is im Himmel ned schee" an. Und mit dem Hinweis auf die Generation der Großeltern und deren jahrzehntelangen Ehe, in der sie "no wos repariert und ned glei alles weggschmissn ham", trafen sie voll das Gefühl der Besucher. Ihr Fett weg bekamen die modernen Familieninstitutionen, in denen Kinder-Management zwischen "Autsursen" (Auslagern, Abschieben) und dem hausgemachten Freizeitstress den Alltag bestimmt.

Ein weiterer Höhepunkt war der "August Frust Song", der sich im vergangenen Jahr zu einem Oktoberfestrenner entwickelt hatte und den viele im Publikum lautstark mitsangen. Der langanhaltende Beifall nach der Zugabe war der Beweis dafür, dass die Frauen-Union als Veranstalter einen guten Griff fürs Muttertagskonzert gemacht hatte. Ortsvorsitzende Susanne Reithmayer und ihr Team hatten zudem alles bestens organisiert. Auch die kulinarischen Spezialitäten kamen, wie die Musik und die stimmungsvolle Muttertagdekoration, sehr gut an.
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