Unsichere Nummer

Freitag der 13. ist für viele ein Graus: Denn an diesem Tag befürchten sie irgendein Unglück. Bild: dpa

Schwarze Katzen von links, zerbrochene Spiegel oder unter einer Leiter durchgehen - für viele bedeutet das: Das Schicksal meint es nicht gut mit mir. Die Zeichen stehen für die, die abergläubisch sind, für Pech und Unglück. Für die wird es heute wieder spannend.

Eschenbach/Kemnath. (esc) Manch einer, der heute mit dem falschen Fuß aufsteht, seinen Schlüssel verliert oder ständig etwas fallen lässt, könnte denken: War ja klar, es ist Freitag, der 13. Viele sind an diesem Tag besonders vorsichtig oder trauen sich nicht aus dem Haus, weil sie denken, ihnen könnte etwas Schlimmes passieren.

Das geht sogar oft so weit, dass Urlauber in Hotels nicht im Zimmer mit der Nummer 13 nächtigen wollen - wenn es die denn überhaupt gibt. Wir haben in Unterkünften der Region nachgefragt.

"Bei uns gibt es kein Zimmer mit der Nummer 13", sagt Joachim Wiesend. Das liege aber nicht daran, dass er abergläubisch sei, erklärt der Hotelbetriebswirt und Leiter des gleichnamigen Hotels in Kulmain. Sondern wahrscheinlich eher an den Umbaumaßnahmen am Gebäude in den vergangenen Jahren. Aber mit Aberglauben "hat's nichts zu tun", versichert Wiesend. Je nach Etage würde sich die Nummernfolge der Zimmer ändern. Ihm seien außerdem keine Gäste bekannt, die sich ausdrücklich gegen die Zimmernummer 13 aussprechen würden. Allerdings weiß er von Hotels, die weder die Nummer 66 noch 666 vergeben.

Auch Elisabeth Zintl vom Hotel "Hollerhöfe" in Waldeck glaubt nicht an das angebliche Unglück, das mit der Zahl 13 verbunden ist. "Ich kenne auch das Problem bei Gästen, die diese Zimmernummer nicht haben wollen, nicht", sagt die Chefin des Hotels. Sie ist in der Gastronomie aufgewachsen und betreibt seit 10 Jahren das eigene Hotel. Probleme zu dieser Zahl habe sie aber noch nie mitbekommen. In den "Hollerhöfen" gebe es die Appartementnummer 713 und die Zimmernummer 513.

"Gerade habe ich mit meinem Kollegen drüber gesprochen", sagt Gabriela Weber. "Wir können nicht verstehen, dass manche Hotels keine Zimmernummer 13 haben." Demnach ist diese Nummer auch in dem Eschenbacher Hotel vergeben, wie die Chefin der "Glutschaufel" erklärt.

"Ich lache immer bloß", sagt Neusorgs Pfarrer Hans Riedl, wenn Leute von Freitag dem 13. sprechen. Er nennt auch noch ein anderes Beispiel: Viele behaupten, dass es Unglück bringe, jemanden schon vor seinem Geburtstag zu beglückwünschen. "Ich sage immer: Ihr könnt mir immer gratulieren", lacht der katholische Geistliche. Freitag, der 13., sei eben für die einen ein Glücks-, für die anderen ein Unglückstag.

Als Geistlicher weiß er auch ganz genau, was Aberglaube heißt: Wenn manche an bestimmten Tagen oder Symbolen Pech oder Glück festmachen, bedeute das ja "ich vertraue Gott nicht, ich bestimme selber, was ein Unglücks- oder Glückstag ist", erklärt er. (Hintergrund)
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