Unter den Wipfeln ist Ruh'

Der Eichen- soll zum Ruhewald werden. Die Stadträte machten sich vor Ort ein Bild. Bild: rn

Ein Friedwald für Eschenbach? Stadtförster Martin Gottsche ist begeistert und kennt auch einen geeigneten Platz. Die Stadträte geben sich aufgeschlossen, zweifeln aber am Rückhalt in der Bevölkerung.

Können sich die Eschenbacher demnächst in einem "Ruhewald" zur ewigen Ruhe betten? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Stadtrat bei einer Waldbegehung. Revierförster Martin Gottsche führte die Räte dazu in ein ostwärts der Tennisplätze gelegenes Eichenwaldstück.

Gottsche erklärte, dass es Ruhewälder bereits in Ebermannstadt und Schwandorf gebe. Auch die Verantwortlichen in Pegnitz machen sich darüber Gedanken. In Ebermannstadt handle es sich um einen "normal bewirtschafteten Wald mit Kreuz und Messingschildern an den Bäumen".

Das in Eschenbach vorgesehene Waldstück sei eine Teilfläche des Stadtwalds mit bis zu 100 Jahre alten Eichen. Auf der einen Hektar großen Fläche seien Aspen und Kiefern bereits entfernt: "Die Eichen sollen frei stehen." Wer wolle, könne einen Baum für die eigene Ruhestätte pflanzen, unter dem einmal die Zellulose-Urne beigesetzt wird. Da die Grabstätte naturbelassen bleiben soll, seien Blumen, Kränze und Kerzen nicht erlaubt. Bei 40 Bäumen hält Gottsche die Beisetzung von 240 Urnen für möglich.

Um ihn von der Umgebung abzuheben, solle der Ruhewald ein Eichenkreuz, einen Holzzaun und einen Hackschnitzelweg erhalten. Der Forstmann versicherte, dass auf dieser Fläche keine reguläre Forstwirtschaft betrieben würde. "Rechtlich wäre die Fläche dann kein Wald mehr." Zum Konzept soll es noch Gespräche mit Landschaftsarchitekt Wolfgang Fetsch geben. Der hat bereits die Urnenanlage im städtischen Friedhof konzipiert.

Erstmals hatte Gottsche das Thema im April 2013 im Stadtrat vorgebracht. Damals ging es um die Erweiterung der Urnenanlage im Friedhof. Bei der Waldbegehung im Oktober 2013 griff er das Thema erneut auf. Der Bericht im "Neuen Tag" habe ihm "heftige Gegenreaktionen, aber auch Interesse aus dem ganzen Vierstädtedreieck" gebracht. Das Thema sei eben sehr emotional. Von der evangelischen Pfarrerin Anne Utz habe er positive Rückmeldung erhalten. Mit Pfarrer Thomas Jeschner wolle er noch sprechen.

Positiv wertete Fritz Betzl das Konzept. Es sei sinnvoll, die Anlage nicht auf die Eschenbacher zu begrenzen. Auch die anderen Räte zeigten sich aufgeschlossen. Bürgermeister Peter Lehr warnte vor Widerspruch der Bürger. Ein Rat schlug vor, einen Kreuzweg als Verbindung zum bestehenden Friedhof anzulegen.
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