Unterricht im Bank-Hochhaus

Top-Manager und sogar der Generalkonsul der USA hörten aufmerksam zu, als Benedikt Vogl und Mario Schieder ihre Geschäftsideen vorstellten. Die beiden Zehntklässler der Gregor-von-Scherr-Realschule erlebten eine besondere Unterrichtswoche in den Räumen der Deutschen Bank.

Die beiden Schüler aus der Klasse 10d nahmen am Biz-Camp des Vereins NFTE (Network for Teaching Entrepreneurship) teil, zu dem bundesweit 20 Jugendliche eingeladen waren. Für das Projekt ausgewählt hatte sie Pädagoge Bernd Bischoff, der selbst zertifizierter NFTE-Lehrer ist. Ohne Vorahnung und ohne große wirtschaftliche Kenntnisse bezogen Mario Schieder und Benedikt Vogl ihren neuen Arbeitsplatz auf Zeit in den Hochhäusern der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.

Originelle Konzepte

In Gruppen-Arbeit ging es um die Themen Markt und Kreativität, aber auch um die eigenen Stärken und Interessen. Daraus entwickelt jeder Schüler im Laufe der Woche seine persönliche Geschäftsidee und erstellte dafür einen Businessplan. Schließlich wurden die Ideen samt Finanzierungs- und Marketingplan einer hochkarätig besetzten Jury präsentiert. Neben Kevin C. Millas, Generalkonsul der USA, gehörten dazu auch Manager von Procter & Gamble und der Deutschen Bank sowie der Wissenschaftler Dr. Holger Zumholz, Professor für Marketing an der Hochschule für Kommunikation und Design in Berlin. "Die Schüler haben uns mit originellen und gut durchdachten Geschäftskonzepten überrascht. Wir sind uns sicher, dass sie aus dem einwöchigen Workshop nicht nur wertvolle Erfahrungen für ihren eigenen Lebensweg mitnehmen, sondern auch die Idee von Unternehmertum und selbstverantwortlichem Handeln an ihre Schulen tragen werden," so das einhellige Fazit der Jurymitglieder. Und auch die Neunburger Schüler lobten die Organisation und das Biz-Camp. "Es hat richtig Spaß gemacht, an den eigenen Ideen zu arbeiten", so Mario Schieder, der eine Geschäftsidee rund um eine neue Veranstaltungs-App für den ländlichen Raum entwickelte. Benedikt Vogl überzeugte die Jury mit einem Nachrüstsatz für E-Call-Geräte in Altautos und belegte den fünften Platz.

Vorsprung erarbeiten

Beim Biz-Camp oder bei den an den Schulen als Wahlfach stattfindenden NFTE-Kursen geht es darum, den Schülern ihre eigenen Stärken aufzuzeigen und sie für wirtschaftliche Themen zu sensibilisieren. In den Kursen erhalten NFTE-Schüler aber auch einen enormen Vorsprung in Präsentationstechniken und freier Rede im Vergleich zu Mitschülern. Arbeit, Arbeitsbelastung und Bezahlung wird anders wahrgenommen, die Schüler wissen nun auch um die Verantwortung eines Unternehmers. "Und wenn sich jemand in 10 oder 20 Jahren noch daran erinnert, dass er in seiner Schulzeit schon einmal einen Businessplan erstellt hat und dies ihm Mut macht, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, so ist das schon ein großer Erfolg von NFTE", so Lehrer Bernd Bischoff. Die beiden Realschul-Jungunternehmer würden sich jedenfalls sofort wieder an die Entwicklung einer neuen Unternehmensidee machen. Im Rahmenprogramm der Woche unternahmen die Teilnehmer einen Ausflug in das Digitalmuseum und an die Börse.
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