Unterricht vor Ort
Schulen

Eschenbach. (rn) Sozialkundeunterricht einmal anders: Studienreferendarin Miriam Bauer wechselte mit 17 Schülern der Klasse 9d des Gymnasiums dazu vom Klassenzimmer in die Gemeinschaftsunterkunft (GU) für Asylbewerber. Als Gesprächspartner erwarteten sie dort Fritz Betzl und Sabine Fricke vom Arbeitskreis Asyl.

Betzl informierte über 50 Asylbewerber aus dem Irak und aus Syrien, die in der GU, und weitere 24, die in Eschenbach dezentral untergebracht sind. Letztere seien zum Großteil Albaner. Sabine Fricke stellte er als Motor für Deutsch-Unterricht und die Kinderbetreuung vor. Etwa der Hälfte der 22 ehrenamtlichen Mitarbeiter im Arbeitskreis Asyl bescheinigte Betzl eine besondere Aktivität. Er nannte den Deutsch-Unterricht und Nachhilfen für Kinder. Als große Hilfe wertete er die Kleiderkammer.

Das die Asylbewerber wenig Kontakt zu den Eschenbachern haben, bedauert Fricke. Die Unterbringung in der GU mache die Kontaktaufnahme schwieriger. Mit Beispielen beschrieb sie die Abläufe zur Rückführung von Albanern und Kosovaren in deren Heimat.

Unterschiedlichen Erfolg hat der SCE bei seinen Versuchen, junge Asylbewerber ins Sportgeschehen zu integrieren. "Es sind gute Fußballer dabei. Doch bis deren Spielerpass beim Verein eingeht, sind sie des Öfteren bereits anderen Unterkunftsorten zugewiesen oder abgeschoben", berichtete Betzl. Dank sagte er der BRK-Jugend, die in ihre Gruppenstunden Flüchtlingskinder einbezieht.

Ein Rundgang durch Wohnungen und Unterrichtsraum schloss sich an. Die Schüler konnten es kaum nicht fassen, in welchem Umfang sich Ehrenamtliche engagieren. Sie kündigten an, sich in irgendeiner Weise ebenfalls einzubringen. Nach Kenntnis mehrerer Einzelschicksale gestanden sie ein, den Bereich Asyl nun mit anderen Augen zu sehen. Miriam Bauer will gerne mit weiteren Klassen wiederkommen.

Kooperation im Familienzentrum

Kemnath. (jzk) "Sehr groß war das Interesse der Kemnather Realschüler an einem Kreativ-Nachmittag mit den Flüchtlingen", berichteten Konrektorin Sandra Hering und Fachlehrer Sebastian Vogel. Da wegen der beengten Platzverhältnisse im Familienzentrum Mittendrin nur 15 Schülerinnen mitmachen konnten, sollen weitere gemeinsame Aktionen folgen.

Mit viel Geschick bastelten die Jugendlichen mit einigen Flüchtlingen und Asylbewerbern Christbaumschmuck. Wichtel aus Kiefernzapfen, Vögel mit farbigen Mützen, Herzen aus Notenpapier mit dem Lied "Stille Nacht" und Weihnachtsbäumchen aus Holz entstanden in kurzer Zeit. Alle waren sehr kreativ und hatten Spaß am Basteln dieser weihnachtlichen Dekorationen. Diese können beim Weihnachtsbasar der Realschule und an einem Stand beim Candlelight-Shopping am 4. Dezember für einen guten Zweck erworben werden.
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