Unterwegs mit Gott

Es tat gut, bewusst die Umgebung wahrzunehmen. Wie lange ist es her, dass ich unter einem Baum stand, und körperlich spürte, wie eine Windböe die Eicheln vom Baum schüttelte? Die Teilnehmer der Bibelwanderung ließen solche Gedanken schweifen und spürten die Schöpfung in freier Natur.

Windischeschenbach. (wrt) "Miteinander im Glauben unterwegs", heißt das Jahresthema der Pfarreiengemeinschaft St. Emmeram Windischeschenbach und Heilig-Geist Neuhaus. Das inspirierte den Sachausschuss Gemeindekatechese, sich mit den "Schritten unseres Glaubens", mit dem Unterwegssein mit Gott, zu beschäftigten. Martina Dobner und Anke Neumann hatten die erste Bibelwanderung vorbereitet, weitere Team-Mitglieder unterstützten sie.

Die Gruppe traf sich am Loipenparkplatz, wo Pfarrer Hubert Bartel den Organisatoren dankte. Der Weg führte Richtung Berg, über die Kapelle nach Naabdemenreuth, durch die Unterführung bis zur Dorfkapelle nach Pleisdorf. Unterwegs hielten die Wanderer an verschiedenen Stationen an, hörten eine Bibelstelle, Meditationstexte, Gedanken zum Thema und ließen sich zum Nachdenken bringen. Schwester Rosalinda begleitete auf der Gitarre die Gesänge.

Aufbruch und Neuanfang

Beim Einführungstext hieß es: "Das Leben ist keine Kaffeefahrt." Auch das von Jesus sei es nicht gewesen. Aber da er Sieger über den Tod sei, dürfe man sich als Christ durch seine Liebe und Zuverlässigkeit abgesichert fühlen. Andere Stationen befassten sich mit Aufbruch-Situationen und dem Neuanfangen, mit der Notwendigkeit, beharrlich um Hilfe zu bitten und auf Jesus zu vertrauen.

Jeder ist wertvoll

In der Bibelstelle aus dem Brief von Paulus an die Korinther wird beschrieben, dass jedes einzelne Glied des Körpers wichtig ist. Für den Alltag abgeleitet heißt das, dass die Menschen einander in ihrer Verschiedenheit brauchen und jeder wertvoll ist.

In Pleisdorf feierten die Wanderer eine Andacht. Die Teilnehmer durften eine Fußspur mit einer Fürbitte ablegen und waren zur Mahlgemeinschaft eingeladen. Der Stadtpfarrer segnete das mitgebrachte Fladenbrot. Die Bibelwanderung war das erste Angebot dieser Art, das von der Pfarreiengemeinschaft organisiert wurde. Aufgrund der durchwegs positiven Resonanz wird es wahrscheinlich nicht das letzte gewesen sein.

Warum überhaupt eine Bibelwanderung? Da sich auch das Jahresthema mit dem Unterwegssein beschäftigt, lag es nahe, sich im wörtlichen Sinn auf den Weg zu machen. Das persönliche "Unterwegs sein mit Gott" wollten die Gläubigen im Gehen, im Schweigen, im Hören und im Austausch untereinander erfahren.

Natur erleben

Der Nachmittag in freier Natur tat gut. Die Teilnehmer genossen den strahlenden Sonnenschein unter blauem Himmel und betrachteten das bunten Laub, das der Wind aufgewirbelt hatte. Die Organisatoren haben die Wanderung unter verschiedenen Kriterien zusammengestellt: Der Weg sollte nicht zu weit sein, nicht länger als zwei Stunden dauern, um die Teilnehmer körperlich nicht zu überfordern. Wie Martina Dobner erzählte, suchte man sich zuerst ein passendes Konzept und wählte dann einen Weg mit markanten Stellen wie Kapelle oder Dorfteich als Stationen aus, checkte die Entfernungen und Zeiten und bereitete schließlich Lieder und Requisiten sowie den Ablauf der Andacht vor.

Niemand blieb auf der Strecke. Auch Rollstuhlfahrerin Sonja Zölch konnte teilnehmen, dank der sportlichen Schiebeleistung von Pfarrer Bartel.
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