Unüberhörbares Grummeln in Eschenbach - "Schwarze Bürgermeister" im Vorteil?
Verlagerung nicht verschlafen

"Wir haben die Behördenverlagerung verschlafen. Ich bin darüber maßlos verärgert." Mit diesem Vorwurf wandte sich Willi Trummer in der jüngsten Sitzung des Stadtrats an die kommunalen Entscheidungsträger. "Wir hätten uns wie andere Gemeinden frühzeitig bewerben sollen. Nun sind wir leer ausgegangen", lautete sein Vorwurf. Eschenbach hätte sich "besser zeigen" müssen.

Fritz Betzl gestand den Verlust von Behörden ein, den die ehemalige Kreisstadt durch die Gebietsreform erlitten habe. Er hielt Trummer vor, dass der "Bürgermeister von Eschenbach keinen Einfluss" auf ministerielle Entscheidungen habe. Dafür sei Eschenbach zu klein. Für ihn war es jedoch bemerkenswert, dass Gemeinden mit "schwarzen Bürgermeistern" mehr Erfolg hatten. Als er erklärte, "Wir als kleine Gemeinde haben sehr wohl ein Schreiben an Minister Söder gerichtet", räumte Trummer ein: "Davon habe ich nichts gewusst."

"Es stimmt nicht, dass wir nicht ins Rennen gegangen sind", erwiderte auch dritter Bürgermeister Klaus Lehl. Bei verschiedenen Treffen mit Landespolitikern habe er sich mit Nachdruck für eine Stellenverlagerung eingeschaltet. Er stellte klar: "Die Entscheidungsträger wussten schon lange, was in der Region los ist. Ich hatte den Abgeordneten Tobias Reis und Staatsminister Joachim Hermann konkret angesprochen. Leider ohne Reaktion. Ein weiterer Brief hätte nichts gebracht." Unmut herrschte in der Runde der Stadträte über den CSU-Landtagsabgeordneten Tobias Reis, der die Region Eschenbach seines Wahlkreises links liegen lasse.

Hans Bscherer forderte eine Verlagerung von Dienststellen des Landkreises. Er hielt es für sinnvoller, statt mit erheblichen Mitteln einen Teilabriss des Landratsamtes in Neustadt und einen dortigen Neubau zu finanzieren, Abteilungen mit wenig Parteiverkehr nach Eschenbach zu verlagern. Er habe diese Forderung bereits im Kreistag vorgebracht.
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