Urnen im Kommen

Was Kreisfachberater Harald Schlöger (stehend) unter gelungen und weniger idealen Gestaltungsmöglichkeiten für einen Friedhof versteht, zeigte er anhand von Beispielbildern. Bild: bkr

Erste Gedanken für eine Neugestaltung des Friedhofes im Zuge der Dorferneuerung hatte sich der Gemeinderat im Juni 2013 gemacht. Es gab zwar schließlich eine Konzeptstudie, doch die weiteren Schritte gerieten ins Stocken.

Immenreuth. (bkr) Dem beauftragten, aber erkrankten Landschaftsarchitekten entzog die Kommune deshalb den Auftrag. Die Planungen gingen mit Gartenbaufachberater Harald Schlöger weiter.

Anregungen erhalten

Die Gemeinde hat beschlossen, an dem in diesem Jahr stattfindenden Wettbewerb "Unser Friedhof - Ort der Würde, Kultur und Natur" teilzunehmen. Grund ist, wie Bürgermeister Heinz Lorenz auf Anfrage mitteilte, die Stärken und Schwächen des Gottesackers zu erfahren sowie Anregungen zu erhalten, wie diesem eine neue Würde gegeben werden könne. Die Vorschläge werden dann ausgewertet und sollen in den folgenden zwei Jahren umgesetzt werden.

In der Jahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins führte Schlöger durch die Bestattungskultur. Er zeigte an Beispielen die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten und sprach den Wandel in der Beerdigungskultur an. Virtuelle Friedhöfe, die Privatisierung und die Naturgestaltung seien neue Wege.

Die Urnenbestattung, vor 30 Jahren noch als Frevel angesehen, gewinne zunehmend an Bedeutung, weil konventionelle Erdbestattungen nicht mehr bezahlbar seien. Andererseits werde der Tod aus dem Bewusstsein gedrängt. Der demografische Wandel nehme die Zeit, Gräber zu pflegen. Ein Friedhof sei ein Ort, um ein inneres Gespräch zu führen oder sich auszutauschen, erklärte Schlöger. Friedhöfe seien zu einem Kulturort zu machen. Es gelte, ihre Symbolik, wie zum Beispiel herabfallendes Laub als bildhaften Ausdruck des Sterbens, zu verstehen. Mit guten und schlechten Beispielen führte Schlöger durch die Gestaltungsmöglichkeiten von Urnengräbern oder -feldern. Eine echte Trauer sei bei Urnenwänden nicht möglich. Schlöger befürchtete aber auch ein Ende der Friedhofskultur, wenn, wie in Bremen, der Friedhofszwang für Beerdigungen aufgehoben werde.
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