Urologe Dr. Reinhold Bücherl rät zu regelmäßiger Krebsvorsorge ab 50 Jahren
Männer doppelt so oft betroffen

Recht spontan und ganz ohne schriftliches Konzept stellte Urologe Dr. Reinhold Bücherl (stehend) den Senioren sein Fachgebiet vor. Bild jzk
Kemnath. 70 Prozent der Frauen gehen zu Krebsvorsorgeuntersuchungen, aber nur 25 Prozent der Männer. Urologe Dr. Reinhold Bücherl begründete beim Seniorenclub, warum die Prävention ab 50 Jahren besonders wichtig sind.

Seit 14 Monaten hält er in seiner Kemnather Facharztpraxis Sprechstunden, allerdings vorerst nur an zwei Wochentagen. Von einer Krebserkrankung seien Männer zu etwa 70 Prozent, Frauen aber nur zu 30 Prozent betroffen, berichtete Bücherl im Kormannsaal. Bei den Männern träten bösartige Tumore vor allem in den Hoden, in der Blase und in der Prostata auf. Letztere vergrößere sich mit zunehmendem Alter und verenge dadurch die Harnröhre. Dadurch könnten Probleme bei der Entleerung der Blase entstehen. Die Vergrößerung könne medikamentös oder operativ behandelt werden.

In letzter Zeit habe die Urologie in der Diagnostik und bei den Behandlungsmethoden große Fortschritte erzielt, betonte der Referent. Therapien könnten nun genau auf die jeweiligen Tumorarten abgestimmt werden. Bei Prostatakrebs gebe es mittlerweile ein sehr teures Medikament, das das Leben des Patienten wesentlich verlängert und ihm eine gute Lebensqualität garantiert. "Die Kassen übernehmen in der Regel diese hohen Kosten."

Bei bösartigen Erkrankungen erachtete Bücherl die Nachsorge nach Operationen als sehr wichtig. Erst mit regelmäßigen Kontrollen sei erkennbar, ob der Krebs endgültig besiegt ist oder nicht. "Frauen kommen häufig wegen Schwierigkeiten beim Wasserlassen zu mir in die Praxis", berichtete Bücherl. "Reizblase und Belastungsinkontinez sind aber gut behandelbar."

Der Facharzt richtet aber auch einen Appell an seine Zuhörer: "Helfen Sie Leben retten, erklären Sie Ihr Einverständnis zu einer Organspende." Auffallend war bei diesem Seniorentreff die hohe Zahl an Männern. Mit seiner lockeren Art und seiner Kompetenz kam der Facharzt bei den Senioren sehr gut an. Bereitwillig beantwortete er ihre Fragen. Reinhard Herr bedankte sich bei ihm mit einem Präsent.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.