US-Armee kündigt für Hohenfels weiterhin dichtes Übungsprogramm an - Kein Ausbau in Emhof
Nur acht Anrufer am Lärm-Sorgentelefon

Oberst Thomas Mackey, Kommandeur des JMRC Hohenfels. Bild: bö
(bö) "Die US-Armee in Hohenfels ist von den Übungsvorhaben heuer gut ausgebucht, und das wird sich in den nächsten Jahren so fortsetzen." Der Kommandeur des Joint Multinational Readiness Centers, Oberst Thomas Mackey, erläuterte beim Treffen der US-Militärs mit Bürgermeistern und Behördenvertretern, dass im vergangenen Jahr sieben Brigaden mehrere Wochen in Hohenfels übten. "Das waren über 26 000 Soldaten aus verschiedenen Ländern, die zu uns auf den Truppenübungsplatz kamen." Dazu komme: Neue, satellitengestützte Technik ermögliche es auch, simultan in anderen Ländern zu trainieren.

Nach der Verbesserung der Feldlandebahn bei Emhof habe es in den vergangenen Monaten 42 Starts und Landungen von Transportflugzeugen gegeben, merkte der Kommandeur an. Der weitere Ausbau der Asphaltbahn für den Drohneneinsatz wurde aber von den US-Militärs fallengelassen, war bei dem Treffen zu hören. "Dass die Menschen in den Randgemeinden so viel Verständnis für unsere Übungen in den vergangenen Monaten gezeigt haben, dafür möchten wir uns bedanken", sagte Mackey. Übungsschwerpunkt war zuletzt die Luftlandeübung "Swift Response 15" mit über 1200 Absprüngen in wenigen Stunden.

In den vergangenen Jahren hat die US-Garnison Hohenfels große Fortschritte im Bereich der Energieeinsparung und der Erzeugung von Strom im Photovoltaikbereich sowie in Biomasseheizkraftwerken erreicht. "Unser Ziel ist die Selbstversorgung mit Sonnenenergie und aus nachwachsenden Rohstoffen", erläuterte der Hohenfelser Energiemanager Paul Hlawatsch.

Für mehrere Verbesserungen wurde er erst vor wenigen Wochen in Phoenix, Arizona mit dem weltweit ausgeschriebenen Armeepreis für Energie- und Wasserwirtschaft für den Bereich Installation, Energie und Umwelt ausgezeichnet. "40 000 ausgetauschte Leuchtröhren, 2000 Straßenlampen wurden bisher in Hohenfels auf LED nachgerüstet." In den letzten fünf Jahren habe die US-Garnison 30 Millionen Dollar im Bereich Energieeinsparung investiert.

Flüge bis Mitternacht

Airfield Commander Kristopher Powers informierte, dass man immer bemüht sei, den Fluglärm trotz vieler Nachtflüge so gering wie möglich zu halten. Heuer habe es lediglich acht besorgte Anrufe gegeben. Von September bis April nächsten Jahres gebe es eine Fluggenehmigung bis 24 Uhr. "Unser Tower kann unter Telefon 09 472/83 26 14 für Lärmbeschwerden erreicht werden."

Vonseiten des US-Wohnungsamtes informierte Hans Motzer, dass Ende September in Burglengenfeld 18 Wohneinheiten zurückgegeben würden. Insgesamt hat das Amt etwa 560 private Wohnungen rund um den Übungsplatz angemietet. Dazu kommen knapp 500 Wohnungen, die als "Housing Contract" laufen. "Die Amerikaner legen für Wohnungsmieten jedes Jahr knapp 10 Millionen Dollar auf den Tisch ihrer Vermieter."

Mehrere Bauprojekte listete Bernhard Weber auf. 29 Projekte mit einem Auftragsvolumen von knapp 14 Millionen Dollar seien in Planung. An 35 Projekten mit 8 Millionen Dollar werde gearbeitet. 40 Projekte mit 6,5 Millionen Dollar seien heuer bereits abgeschlossen worden.

Auf dem Übungsplatz Hohenfels sind derzeit 565 deutsche Arbeitnehmer beschäftigt. Wie dazu Colonel Mark A. Colbrook aus Grafenwöhr als Kommandeur der Garnison Bavaria anmerkte, stehen keine Personalveränderungen an. "2014 wurde ein Abbau angekündigt; diese Personalreduzierung ist aber derzeit gestoppt."

Der größte Standort

Von Deputy Michael Haney hörte man, dass von der US-Armee-Garnison Bavaria mit den Standorten Grafenwöhr, Vilseck, Hohenfels und Garmisch jährlich etwa 665 Millionen Euro in Infrastrukturbereiche investiert würden. Die Garnison Bavaria sei der größte Standort der Armee außerhalb der USA. An den vier US-Standorten leben knapp 36 000 Menschen, davon fast 10 000 Soldaten.

Wie Christina Echevarria, die Direktorin der Hohenfelser Highschool, anmerkte, seien sowohl die Highschool aus auch die amerikanische Grundschule auf der Suche nach deutschen Schulpartnern für gegenseitige Besuche.

Dass die Amerikaner in Hohenfels auf Öffentlichkeitsarbeit großen Wert legen, zeigte Norbert Wittl mit vielen Veranstaltungen auf. "Die Bandbreite reicht von den Box Tours in der Freundschaftswoche mit etwa 2000 Teilnehmern bis hin zu Wallfahrten und Heimattreffen oder Informationsfahrten in ehemalige Dörfer."
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