Vampire tanzen um Mitternacht

Die grünberockten Mädchen der Krümelgarde zeigten mit Begeisterung ihre Formationstänze. Für Spagat-Einlagen und das Radschlagen ernteten sie Applaus.

Ging es in vorchristlicher Zeit darum, sich mit Vermummung gegen Dämonen zu schützen, so sind heute Spaß, gute Laune und Verkleidungen angesagt. All das bot auch der Faschingsball der Eschenbacher Faschingsgesellschaft beim "Scherm-Karl".

Garden, Masken und Kostüme bestimmten das Geschehen. Viele Eschenbacher und Besucher von auswärts wechselten ihre Identität und gaben sich bis in den frühen Morgen Tanzfreuden hin: Bereits kurz nach der Öffnung des Saales waren fast alle Plätze belegt. Korbinian Dunzer von der Faschingsgesellschaft zeigte sich in seiner Begrüßung überwältigt von der Besucherzahl. Mit der ehemaligen Prinzessin Tanja Ficker hieß er die Gäste willkommen. Dann eröffnete Zeremonienmeister Markus Eißner das Programm.

Stürmisch begrüßt zogen Krümel-, Jugend- und Prinzengarde, Männerballett, Elferrat, Vorstände, Präsidenten und die Prinzenpaare Lidia I. und Andreas II. sowie Elisa I. und Paul I. in den Saal ein. Lidia I. war auch für die erste Singstunde verantwortlich: "Atemlos" erklang - seit dem Rathaussturm ist das umgetextete Lied von Helene Fischer die Hymne der Faschingsgesellschaft.

Dass sich diese nicht um ihre Zukunft sorgen muss, bewies die Krümelgarde bei ihrem Auftritt. Schwerelos schwebten auch Jugend- und Prinzengarde übers Parkett. Zum Teil jahrelange Tanzerfahrung und monatelanges Training waren Garanten für anspruchsvolle Darbietungen.

Als Glanzlicht überraschte die "Showtanzgruppe Damen". In Petticoats und Lederjacken wirbelten die Junggebliebenen über die Bühne und ließen die 1950er Jahre lebendig werden. "Hut ab vor euch Mädels, es war heiß und toll; ihr braucht euch nicht zu verstecken", lautete der Kommentar von Lidia I.

Dichte Nebelschwaden

Das galt auch für das grazile Männerballett, das als Majorettengruppe übers Parkett tanzte und schließlich zu einer Pyramide wuchs. Wie bei den Garden, so blieben auch hier Zugaberufe nicht aus. Plötzliche Nebelschwaden waren danach keine Anzeichen für einen überhitzten Tanzboden: Die Prinzengarde hatte sich vielmehr in Vampire verwandelt und umschwärmte bei ihrer Mitternachtsshow unter anderem zu Melodien aus "Cats" das Prinzenpaar.

Squaws und Häschen

Prinzessin Lidia I. bedankte sich bei den Trainerinnen Evi und Janina Hartmann sowie Gardebeauftragter Sandra Mandanici mit Blumen. Nicht zu vergessen die "Liesels", die in ihrer Büttenrede in kleinen Ein-Mann-Booten vom Nordseestrand zum Sperrbezirk an der Isar reisten (Bericht folgt).

Zwischendurch legten immer wieder die "Zu(t)dritt"-Musiker aus Waldsassen los - ganz nach dem Geschmack der Cowboys, Piraten, Häschen, Teufelchen, Squaws, Haremsdamen und gar eines Notarztes "nur für Frauen". Die Band begleitete die Besatzung des Narrenschiffes der Faschingsgesellschaft schwerelos durch die Nacht.
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