"Vater unser" als Bekenntnis

Beim Kreuzfest in Obernankau stellte Dekan Alexander Hösl die Bedeutung des Symbols heraus. Bild: dob

Der bange Blick zum Himmel wurde zur Geduldsprobe für das Kreuzfest. Trotz der kühlen 13 Grad entschieden sich die Dorfbewohner aber doch, das Fest zu feiern.

(dob) Der Mut wurde belohnt: Die Regenwolken hielten während des Fests dicht. Dekan Alexander Hösl feierte mit den Gläubigen am Glockenturm den Gottesdienst. "Manchmal wird uns Christen vorgehalten, dass wir so wenig fröhlich und glücklich aussähen, obwohl unsere Botschaft die von Erlösung und Rettung ist. Vielleicht sollten wir unsere Mitwelt tatsächlich manches Mal mehr anlachen. Das Christentum ist eine fröhliche Religion", versicherte der Geistliche.

Gott liest in unseren Herzen

Beim Kreuzfest nehmen die Gläubigen alljährlich das Kreuz in den Mittelpunkt, deshalb hinterfragte Dekan Hösl, welchen Stellenwert dieses Symbol und die damit verbundene Erlösungstat für das Leben des Betrachters persönlich habe. Das Kreuz sei für die Menschen Plus- und nicht Minuszeichen. Wenn auch immer wieder gefordert werde, Kreuze aus öffentlichen Gebäuden zu verbannen oder ohne den leidenden Christus aufzuhängen. Der Stadtpfarrer wolle diesen Forderungen entgegentreten.

Dabei lenkte der Priester den Blick auf das "Vaterunser" als ein Bekenntnisgebet. Die Welt brauche diese Zeilen heute dringender denn je. Das "Vaterunser" sei die Vollform eines Gebets, Bekenntnis, Bitte und Lobpreis zugleich. In einem Moment der Stille dachten die Teilnehmer darüber nach, woran das Herz hänge: an Menschen, Beziehungen, Orten, Erinnerungen und Gefühlen. "Halten wir Gott unser Herz in dieser Weise hin. Er liest in unserem Herzen, von unserem Glück und unserer Traurigkeit, den Wünschen und Hoffnungen", versprühte Hösl Zuversicht. Der Kirchenchor aus Oberlind unter Leitung von Hannes Sennert begleitete die Feier. Der Geistliche dankte Mesner Helmut Braun mit Ehefrau Margareta für die Vorbereitungen am Freialtar sowie auch den Dorfbewohnern für ihren Einsatz.

Ehe sich die Teilnehmer versahen, packten alle Helfer nach dem Gottesdienst an und stellten Tische auf. Die Hausfrauen aus dem Dorf hatten wieder ihre ganzen Kochkünste an den Tag gelegt. Für Hauptorganisator Gerhard Beierl war der Tag des Kreuzfestes auch sein Geburtstag.

Für viele Besucher gehört das Kreuzfest seit Jahren zu einem fest eingeplanten Termin. Allerdings kam heuer zum gleichen Zeitpunkt der Start des Volksfestes dazwischen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Obernankau (16)Juni 2015 (7772)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.