VdK Kohlberg vor dem Aus?

Fröhliche Gesichter in einer sonst eher traurigstimmenden Hauptversammlung des VdK. Vorstand Reinhold Schmid (links) und Kreisgeschäftsführer Siegmund Bergmann danken Manuela Hegen mit einer Urkunde für langjährige Mitgliedschaft. Sie will auch weiterhin die Kasse des Ortsverbandes verwalten. Bild: jml

Eigentlich ist alles in Ordnung: der Mitgliederstand zufriedenstellend, das Finanzpolster erfreulich. Auch Streitigkeiten gibt es nicht im Ortsverband. Und trotzdem wollte VdK-Vorsitzender Reinhold Schmid, wie vergangenes Jahr bereits angekündigt, nicht mehr zur Wahl anzutreten.

Schriftführer Johann Müller, der seit vier Jahren auch Stellvertreter war, zog heuer im Frühjahr nach. Offiziell hieß es bei beiden: "aus persönlichen Gründen". Unterschwellig klang mit, dass sie vom Verhalten ihrer Mitglieder ein Stück weit enttäuscht waren. Das zeigte sich bei der Hauptversammlung mit Vorstandswahl. Von 86 Mitgliedern nahmen 15 Prozent teil. "Vielleicht blieb der eine oder andere fern, weil er Angst hatte, danach einen Posten am Hals zu haben", munkelten einige Anwesende.

VdK-Kreisgeschäftsführer Siegmund Bergmann mühte sich jedenfalls lange vergeblich ab, von den Anwesenden jemand zu bewegen, die offenen Ämter zu übernehmen. Lediglich die Kassierin Manuela Hegen, Frauenbeauftragte Barbara Schmid und Beisitzer Robert Wipauer wollten ihre Ämter weiter ausüben. Einige Teilnehmer regten eine Mitgliederversammlung an, bei der alle ihre Meinung über Fortbestand, Anschluss an einen Nachbarverband oder die komplette Auflösung des VdK Kohlberg abgeben könnten. Dieses Treffen soll in den nächsten acht Wochen stattfinden. Eine außerordentliche Versammlung mit dem Hauptpunkt Vorstandswahl schließt sich an.

Erfreuliche Tagesordnungspunkte waren eine Neuaufnahme und die Ehrung zweier Mitglieder für langjährige Treue zum Verband. Heinrich Merkel ist bereits seit 35 Jahren Mitglied, Emilie Krämer seit 65 Jahren. Dafür erhält sie demnächst ein Präsent vom Vorsitzenden. Nach den Tätigkeitsberichten entlasteten die Mitglieder den Vorstand einstimmig. Er bleibt aber bis zur Klärung der Situation in der Verantwortung.

Bürgermeister Rudolf Götz bedauerte, dass immer weniger Bürger bereit seien, in den Vereinen Verantwortung zu übernehmen. "Aber bei der Vereinsgemeinschaft sind wir da jetzt wohl wieder auf einem guten Weg."

VdK-Schriftführer Müller informierte über Reiseangebote und Aktivitäten des Verbands. Er kritisierte, dass seiner Ansicht nach verstärkt Arbeiten und Kosten von oben auf die Mitarbeiter in den Ortsverbänden abgewälzt werden. Dazu erklärte Bergmann, dass die Interessen von 30 Ortsverbänden sehr unterschiedlich seien und man dort ja am besten wisse, was man von den Informationen aussortieren könne.
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