Venus als Abendstern

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Zum astronomischen Frühlingsbeginn wird sich tagsüber für einige Zeit die Sonne verfinstern. In manchen Regionen der Welt zeigen sich dann bei klarem Wetter sogar die Sterne. In Mitteleuropa verdeckt der Mond die Sonnenscheibe teilweise.

Das herausragende Himmelsschauspiel im März ist eine Sonnenfinsternis. Sie wird - wenn das Wetter mitspielt - von Deutschland aus als partielle Sonnenfinsternis zu sehen sein. Dabei schiebt sich der dunkle Neumond vor die Sonne. Der Schatten des Mondes fällt auf Teile der Erdoberfläche und verfinstert sie mehr oder minder stark. In den Vormittags- und Mittagsstunden ist die Sonnenfinsternis in ihren partiellen Phasen zu beobachten. Für die meisten Orte in Mitteleuropa beginnt das Schauspiel am 20. März gegen 9.20 Uhr und endet etwa um 12 Uhr. In Berlin werden zum Höhepunkt immerhin 74 Prozent der Sonnenscheibenfläche vom Neumond bedeckt und in München 68 Prozent. Die genauen Zeiten sind ortsabhängig. Die nächste von Deutschland aus beobachtbare Sonnenfinsternis findet erst am 10. Juni 2021 statt - wobei aber nur maximal 25 Prozent der Sonnenscheibenfläche vom Neumond bedeckt werden. Wer eine totale Sonnenfinsternis in Deutschland erleben möchte, muss sich noch viel länger gedulden: Dies wird am 3. September 2081 sein.

Am 12. März wechselt die Sonne aus dem Sternbild Wassermann in die Fische. Am Tag der Sonnenfinsternis kreuzt die Sonne um 23.45 Uhr den Himmelsäquator in nördlicher Richtung. Dieser Zeitpunkt markiert den Beginn des astronomischen Frühlings; es herrscht Tagundnachtgleiche. In der Nacht vom 28. auf den 29. März müssen um 2 Uhr MEZ die Uhren auf 3 Uhr Sommerzeit vorgestellt werden. Vollmond wird am 5. März um 19.05 Uhr im Sternbild Löwe nahe Regulus erreicht. Da der Mond am selben Tag mit 406 380 Kilometer in Erdferne steht, erlebt man die kleinste Vollmondscheibe des Jahres 2015. In Erdnähe mit 357 580 Kilometer kommt der Mond am 19. wenige Stunden vor Neumond, was wieder einmal für Springfluten an den Küsten sorgt.

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Zwei helle Planeten schmücken den Abendhimmel: Venus im Westen und Jupiter im Osten. Venus wird zu einem auffälligen Gestirn. Schon bald nach Sonnenuntergang wird sie in der Abenddämmerung sichtbar. Man spricht daher vom Abendstern, obwohl Venus ein Planet und kein Stern ist. Sterne sind glühend heiße, selbstleuchtende Gasbälle. Venus sieht man nur, weil sie von der Sonne beleuchtet wird. Ihre Untergänge treten immer später ein. Ende März sinkt sie erst eine Dreiviertelstunde vor Mitternacht unter den Horizont.

Nach Untergang der Venus ist Jupiter hellster Planet am Nachthimmel. Der Riesenplanet wandert rückläufig durch das Sternbild Krebs und steuert auf den offenen Sternhaufen Krippe (auch Praesepe genannt) zu. Im Fernglas bietet die Krippe einen beeindruckenden Anblick. Hunderte feiner Lichtpünktchen aller Farben: blau, gelb, rot, tiefrot. Vom Morgenhimmel zieht sich Jupiter langsam zurück. Mars verabschiedet sich im Laufe des Monats vom Abendhimmel. Versierte Himmelsbeobachter können den inzwischen recht lichtschwachen Roten Planeten noch in der ersten Märzhälfte in der fortgeschrittenen Abenddämmerung tief am Westhimmel erspähen. Saturn, der sonnenfernste mit bloßen Augen leicht zu sehende Planet, steht im Skorpion. Der Ringplanet ist in der zweiten Nachthälfte zu sehen.

Merkur zeigt sich in diesem Monat nicht. Noch ziehen die hellen und auffälligen Wintersternbilder die Blicke auf sich. Der Himmelsjäger Orion neigt sich zum Westhorizont und ist kaum zu übersehen. Sirius funkelt noch bläulich-weiß im Südwesten. Ein wenig höher leuchtet Prokyon, der hellste Stern im Bild des Kleinen Hundes. Im Westen strebt der Stier dem Untergang entgegen. Das Frühlingssternbild Löwe nimmt bereits hoch im Süden seinen Platz ein. Tief im Osten leuchtet auffällig der helle, orange Arktur, der Bärenhüter.
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