Verantwortung
Angemerkt

Es muss ein ganz schreckliches Gefühl sein: Zu wissen, dass die Firma, in der man lange Jahre gearbeitet hat, plötzlich verkauft wird. Dazu kommt die Ungewissheit darüber, was ein neuer Eigentümer vor hat. Nur die Marke kaufen und den Rest zusperren? Auf Billigprodukte umschwenken? Oder doch weiter die Qualität hochhalten?

Der Name Hosen-Hiltl ist untrennbar mit Sulzbach-Rosenberg verbunden. Die Eigentümer Fritz und Hedwig Hiltl sind mit Lob und Ehren überhäuft worden - zu recht, denn sie haben aus dem Nichts eine weltweit bekannte Firma geschaffen und viele Arbeitsplätze dazu.

Was sich jetzt aber abspielt, nach der Testamentseröffnung der Alleingesellschafterin, das passt so gar nicht mehr ins Bild: Hinter verschlossenen Türen wird verhandelt, ohne der Belegschaft nur eine einzige Information zu geben. Die Zukunft ist ungewiss.

Dabei wäre ein potenzieller Käufer mit der Firma und vor allem der Mann- bzw. Frauschaft keinesfalls ausgeschmiert: Motivierte, kompetente Mitarbeiter, die hinter ihrem Produkt stehen, und das teils schon seit Jahrzehnten. In der heutigen Zeit eher selten.

Der Appell des Betriebsrates geht an die Erben: Sie haben natürlich Einfluss darauf, wer den Zuschlag bekommt. Wenn ihnen Mitarbeiter, Standort, Menschen irgendetwas bedeuten, dann sorgen sie dafür, dass es ein Investor ist, der die Erfolgsmarke weiterführt. In Sulzbach-Rosenberg, mit der jetzigen Belegschaft.

joachim.gebhardt@derneuetag.de
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