Verbraucher reagiert nicht selten mit Unverträglichkeiten - Vortrag beim Frauenbund
Es geht auch ohne Zusatzstoffe

Silke Guder beleuchtete das Thema Zusatzstoffe. Bild: wta
Wernberg-Köblitz. (wta) "Lebensmittelzusatzstoffe - Risiko oder nützliche Helfer?" Der Frauenbund Oberköblitz erfuhr zu diesem Thema Wissenswertes von Silke Gulder (Verbraucherservice Regensburg).

Industriell verarbeitete Lebensmittel wie Tiefkühlpizza, Tütensuppen oder Süßigkeiten enthalten meist Zusatzstoffe wie Emulgatoren, Stabilisatoren, Geschmacksverstärker oder Farbstoffe. "Stellen Zusatzstoffe ein Gesundheitsrisiko dar oder sind sie unentbehrlich bei der Produktion unserer Lebensmittel?" Dieser Frage ging Silke Gulder nach. Zusatzstoffe können die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern, ihnen eine stärkere Farbe oder einen intensiveren Geschmack geben. Derzeit sind europaweit rund 300 verschiedene Zusatzstoffe für Lebensmittel zugelassen. Für die Lebensmittelindustrie bieten Zusatzstoffe viele Vorteile. Ohne sie wäre die Herstellung von Fix-Produkten und kalorienreduzierten Lebensmitteln nicht möglich. Die Referentin kritisierte, dass Hersteller mit Geschmacksverstärkern an wertvollen Zutaten wie Gemüse, Kräutern und Gewürzen sparen.

Für eine Zulassung müssen Hersteller den Nachweis erbringen, dass ein Zusatzstoff gesundheitlich unbedenklich ist. Trotzdem kommt es vor, dass empfindliche Personen mit Unverträglichkeiten reagieren. Zu möglichen Auslösern für Unverträglichkeiten zählen laut Guder künstliche Azofarbstoffe, Konservierungsstoffe, Süßstoffe oder der Geschmacksverstärker Glutamat. Letzterer steht insbesondere in der Kritik, "weil er bei regelmäßigem Verzehr dazu führt, dass Verbraucher sich an den übertrieben würzigen Geschmack gewöhnen. Normal gewürzte Speisen schmecken nicht mehr", erläuterte die Referentin. Zusatzstoffe sind vor allem in Fertiggerichten, Trocken- oder Instantprodukten, Fertigsaucen, Fleischsalaten oder Würstchen enthalten, aber auch in Süßigkeiten und Erfrischungsgetränken.

"Doch es geht auch ohne", betonte Guder. Die meisten Grundnahrungsmittel und unverarbeitete Lebensmittel enthalten keine Zusatzstoffe. Dazu zählen frisches Gemüse, Obst und naturbelassene Milchprodukte. Zusammenfassend stellte Silke Gulder fest, dass es zur Vermeidung von Zusatzstoffen "am besten ist, möglichst viele Speisen aus naturbelassenen regionalen und saisonalen Lebensmitteln selbst zuzubereiten".
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