"Verdi - Puccini - Weihnachtspoesien" in der Wutschdorfer Molzmühle
Der Weihnachtspoet

Eckhard Henscheid brachte bei der Opern-Soiree unter dem Motto "Verdi - Puccini - Weihnachtspoesien" in der Wutschdorfer Molzmühle rund 60 Zuhörern die beiden großen italienischen Komponisten nahe. Aber auch weihnachtlich Witziges bis Aberwitziges aus eigener Feder. Bild: gri

Was verbindet Guiseppe Verdi, Giacomo Puccini und Eckhard Henscheid? Und was hat diese Gemeinsamkeit, wenn es sie überhaupt gibt, mit Weihnachten zu tun? Das zu erklären, sei schon ein "absonderliches Unterfangen", sagt Henscheid selbst.

Der Satiriker aus Amberg stand am Dreikönigstag im Mittelpunkt einer Opern-Soiree in der Wutschdorfer Molzmühle. Hausherr Dr. Martin Nagler hatte den Abend organisiert und rund 60 Gäste waren gekommen.

Italiener statt Wagner

"Verdi - Puccini - Weihnachtspoesien" war die Zusammenkunft in der Mühlenstube überschrieben. Es war das zweite Treffen dieser Art. Vor fünf Jahren bereits hatte Nagler zu einem Richard-Wagner-Abend mit Henscheid in den Goldenen Löwen nach Schnaittenbach eingeladen. Diesmal rückten der Wirt und der Schriftsteller die beiden großen italienischen Opernkomponisten in den Fokus und ließen dabei nie das Weihnachtsfest aus dem Blick.

Jahrhundertgeniestreich

Zur Einstimmung präsentierte Henscheid das bedeutendste Einzelstück aus Verdis 1851 uraufgeführtem Meisterwerk Rigoletto: das Quartett aus dem dritten Akt, "ein Jahrhundertgeniestreich", wie der Autor betonte. Bei der etwa vierminütigen Aufnahme, die er in der Molzmühle vorführte, war Luciano Pavarotti als Herzog von Mantua zu hören.

Anschließend begann es bereits ordentlich zu weihnachten. Henscheid las die Rezension vor, die er einmal über das Weihnachtsevangelium geschrieben hat. "So ziemlich alle Bücher werden ja rezensiert", sagte er. "Das musste natürlich bei einem gewissen 'Lukas 2' nachgeholt werden." Der Evangelist drückt über den grandiosen Verriss, den der Rezensent aus Amberg da fabriziert hat, sicherlich beide Augen zu. Insgesamt präsentierte Henscheid in der Molzmühle vier Opern-Ausschnitte. Natürlich auch den zweiten Akt aus Puccinis "La Boheme" - eine Oper, die in Paris zu großen Teilen am Heiligen Abend spielt. "Weihnachten und Oper gehen nicht allzu oft zusammen", stellte Henscheid fest. "La Boheme ist da eine Ausnahme."

Aus seinem eigenen Werk steuerte er eine Weihnachtsepisode aus der "Trilogie des laufenden Schwachsinns" bei: Die Geschichte, in der der stets randalierende und alkoholisierte Teppichverkäufer Hans Toschke am Heiligen Abend den Mettenbesuchern in die Arme läuft.

Fast im Sterben

Um die Besinnlichkeit perfekt zu machen, rezitierte Henscheid noch auswendig ein Gedicht seines Kollegen und Freundes, des Lyrikers F. W. Bernstein. Es beginnt mit den Worten "Am zweiten Weihnachtsfeiertag, als ich fast im Sterben lag". Das Publikum erwies sich am Ende alles andere als erschlagen, sondern war quicklebendig und vergnügt. Die Soiree in dem mustergültig renovierten Mühlenanwesen klang bei einer deftigen Brotzeit aus.
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