Verhängnisvolle Dekoration
Polizeibericht

Nabburg. (am) Im Institut für Rechtsmedizin der Universität Nürnberg-Erlangen fand am Mittwoch die Obduktion des Mädchens statt, das am Dienstag bei einem Wohnhausbrand Am Pfeifferweiher (wir berichteten) ums Leben gekommen war. Laut vorläufigem Obduktionsergebnis, das ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz am Donnerstagnachmittag bekannt gab, war eine Rauchgasvergiftung todesursächlich.

Ebenfalls noch am Mittwoch waren zwei Sachverständige des Bayerischen Landeskriminalamtes gemeinsam mit Beamten der Kripo Amberg am Brandort in Nabburg. Die Spezialisten stellten dabei zweifelsfrei fest, dass das verhängnisvolle Feuer im Wohnzimmer des Hauses ausgebrochen war. Die nach momentanem Ermittlungsstand wahrscheinlichste Brandursache ist in einem technischen Defekt an einer Weihnachtsdekoration zu suchen. Auf dem Fensterbrett des Zimmers hatte ein Miniatur-Zug mit mehreren Anhängern gestanden, in dem eine elektrische Anlage zu Beleuchtungszwecken angebracht war. Um diese Annahme zu bestätigen und der Fehlerquelle noch näher auf den Grund zu gehen, stellten die LKA-Gutachter Teile der Dekoration sicher. Sie werden im Laufe der nächsten Wochen beim Landeskriminalamt in München untersucht.

Noch am Mittwoch konnten die drei verletzten Personen - die Mutter (38) des Mädchens, der Bub (6) und der Ersthelfer aus der Nachbarschaft (64) - das Krankenhaus verlassen. Die Frau und der Mann konnten von der Kripo Amberg gleich anschließend zum Sachverhalt befragt werden. Die Anhörung des Sechsjährigen ist jedoch derzeit noch nicht möglich.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Fahnder steht fest, dass sich die Mutter der Kinder zum Zeitpunkt des Brandausbruchs im Haus befand, allerdings nicht im Wohnzimmer sondern in einem anderen Raum. Als sie das Feuer bemerkte, unternahm sie sofort Löschversuche, die jedoch keinen Erfolg hatten. Sie soll daraufhin die Kinder aufgefordert haben, das Haus umgehend zu verlassen, während sie hinaus rannte und in der Nachbarschaft Hilfe holen wollte. Zu allem Unglück fiel unterdessen die Haustüre ins Schloss, so dass sie erst wieder zurück konnte, nachdem ein Nachbar mit einer Hacke nachgeholfen und den Eingang gewaltsam geöffnet hatte. Warum die beiden Kinder die Wohnung zwischenzeitlich nicht verlassen hatten, entzieht sich noch der Kenntnis der Polizei. Der Bub konnte gerettet werden, das Mädchen nicht mehr. (Titelseite)
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