Vermehrt Bachen schießen

Pflügt eine Rotte Wildschweine ein Naturschutzgebiet um, ist es dort mit der Idylle und dem Naturschutz vorbei.

Bei der Regulierung von Schwarzwild-Schäden ist eine vernünftige Lösung derzeit nicht in Sicht. Doch die Arbeitsgemeinschaft Jagdgenossenschaften macht auch eines deutlich: Mit gegenseitigen Schuldzuweisungen von Jägern und Landwirten komme man keinen Schritt weiter.

Albert Robold, Sprecher der ARGE Jagdgenossenschaften Oberpfalz, betonte, dass die afrikanische Schweinepest für die Menschen keine Gefahr darstelle. Übertragen werden könne sie durch direkten Kontakt der Tiere untereinander oder durch kontaminiertes Futter. Die Krankheit sei für Hausschweine absolut tödlich und verursache den Schweinezüchtern Millionenschäden. Abhilfe schaffen könnten nur eine konsequente Bejagung des Schwarzwildes und die Erlaubnis, ganzjährig Frischlinge und Überlaufer abzuschießen.

Letztes Jahr wurden laut Robold im Bereich seiner ARGE mehr als 66 000 Wildschweine erlegt. Er befürworte mehr revierübergreifende Drückjagden, um die Population nicht ausufern zu lassen. Obwohl immer mehr Schwarzwild geschossen werde, könne der Bestand nicht reduziert werden. Eine Lösung sah Albert Robold im vermehrten Abschuss von Bachen. Für die Verwendung von Nachtzielgeräten, die in Deutschland nicht erlaubt sind, gibt es unterschiedliche Ansichten. Die einen lehnen diese Technik ab, die Jagdverbände befürworten sie, "da man damit dem Tierschutz gerecht wird". Klar angesprochenes Wild könne mit einem Schuss getötet werden, keine angeschossene Sau flüchte sich ins Unterholz und verende dort. Auf den Jagdleitfaden des Bayerischen Bauernverbands (BBV) verwies Josef Hummel, BBV-Geschäftsführer und landwirtschaftlicher Fachberater. Dies sei die "grüne Bibel" für die Jagdgenossenschaften.

Leitender Landwirtschaftsdirektor Willibald Götz schnitt den Wildlebensraumberater an. Der für die Oberpfalz zuständige Balduin Schönberger hat sein Büro beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Amberg. Auf das forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung ging der Leiter des Forstamtes Amberg, Forstdirektor Richard Schecklmann, ein. Gesetzliche Vorgaben stellten Wald vor Wild und befürworteten eine Bejagung, um eine natürliche Verjüngung standortgemäßer Baumarten zu ermöglichen.

Mit der Verjüngungsinventur werde der aktuelle Waldbestand gesichert. Durch forstfachliche Beurteilung würden notwendige Maßnahmen festgelegt. Vorgesehen seien 30 bis 40 Verjüngungsflächen je Hegegemeinschaft mit mindestens 1300 Verjüngungspflanzen - größer als 20 Zentimeter - je Hektar. Die Waldverjüngung sei auf gutem Weg zu stabilen Mischwäldern.
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