Vermessungsamt vor Verkauf

Der Farbtupfer am Karlsplatz steht vor einem Besitzerwechsel: Die Immobilien Bayern hat einen Interessenten gefunden, die Verhandlungen stehen kurz vor dem Abschluss. Damit muss sich nun auch Eschenbachs Stadtrat entscheiden. Bild: rn

Wie geht es weiter mit dem alten Vermessungsamt in Eschenbach? Die Zukunftsplanung lief lange eher schleppend, jetzt könnte es schnell gehen. Ein Kaufinteressent erzwingt Entscheidungen.

(mor/wüw) Das Vermessungsamt steht kurz vor dem Verkauf an einen privaten Investor. Das bestätigte Erich Rauscher von der Immobilien Freistaat Bayern auf Nachfrage. Noch seien Details zu klären, er gehe davon aus, dass im August der Verkauf beim Notar besiegelt werden kann. Spätestens dann ist die Stadt Eschenbach am Zug. Ihr hat der Freistaat ein Vorkaufsrecht auf das Gebäude am Karlsplatz eingeräumt. Wenn der Notar die Stadt offiziell über den geplanten Verkauf informiert, bleiben dem Stadtrat zwei Monate, um den Bau selbst zu erwerben. Zu den Verhandlungen, den Kaufinteressenten und den möglichen Kaufpreis wollte Rauscher sich nicht äußern. Nur soviel: "Die Interessenten kommen aus der Oberpfalz."

Bekannt gemacht hat den möglichen Verkauf Kreisbaumeister Werner Kraus. Bei einer Sitzung der CSU-Kreistagsfraktion berichtete er von einer routinemäßigen Baubegehung des Dienstgebäudes des Landkreises mit der Immo-Bayern und dem Hochbauamt, dabei sei der nahende Verkauf angesprochen worden.

Der Bau aus dem Jahr 1899 steht seit 2013 leer. Seither war immer wieder ein Kauf durch die Stadt im Spiel. Bürgermeister Peter Lehr ist derzeit im Urlaub, sein amtierender Stellvertreter Klaus Lehl erklärte, dass die Kommune von den Verhandlungen weiß. Er wolle Bürgermeister und Stadtrat nicht vorgreifen, könne sich selbst aber einen Kauf vorstellen. Allerdings könne die Stadt dies nicht alleine schultern, brauche die Unterstützung des Landkreises, erklärte der CSU-Politiker. Wie diese Unterstützung aussehen könnte, hat Landrat Andreas Meier bereits angedeutet. Statt das Dienstgebäude des Landratsamts in Eschenbach zu renovieren, sei ein Umzug ins Vermessungsamt vorstellbar. Wenn die Stadt das Gebäude erwirbt, könnte sie Städtebaumittel für die Modernisierung nutzen. Diese Möglichkeit hat der Landkreis nicht. Der Landkreis könnte aber die Räume langfristig für die Zulassungsstelle mieten.

In Kombination mit weiteren Mietern wie der Volkshochschule oder dem neuen Verein "Generationen Hand in Hand" könnte eine "bunte Dienstleistungseinrichtung entstehen". Er habe Gespräche mit zweitem Bürgermeister Karl Lorenz geführt. Für die Sanierung des alten Landratsamts rechnet der Landrat mit Kosten von 1,6 Millionen Euro. "Dies wäre erheblich teurer als der Umzug ins Vermessungsamt, da der Landkreis auch hierfür keine Fördermittel erhalten würde", erklärte der Landrat nun.

Die CSU-Stadträte Peter Nasser, und Dr. Sabine Schultes übten bereits Kritik an SPD-Bürgermeister Peter Lehr. Die CSU/ÜCW-Fraktion im Stadtrat habe vorgeschlagen, ein Nutzungskonzept für das Vermessungsamt zu erstellen, Lehr lehnte dies ab. "Wir haben hingewiesen, dass man sich Gedanken machen müsse, bevor das Gebäude verkauft wird" sagte Schultes. "Nun ist es fünf vor zwölf ", so Peter Nasser.
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