Vernissage zur Puppenausstellung im Museum34 - Viele "verborgene Schönheiten"
Herzblut und kleine Geschichten

Sie heißen Erika, Antonella oder Luise und lassen Männerherzen höher schlagen. Und sie sind aus Biskuitporzellan. Die Puppen, die Hans Lauber seit Donnerstagabend im Bürgerhaus in der dritten Sonderausstellung des Fördervereins Museum34 ausstellt. Eigentlich, so dachte zumindest Bürgermeister Joachim Neuß, lassen Frauen und Fußball ein Männerherz höher schlagen. Bis er vom ungewöhnlichen Hobby des Hans Lauber hörte.

"Jetzt mit dem Wissen über die Puppen und der Betrachtung der herrlichen Geschöpfe reifte bei mir sogar Verständnis," so Neuß in seiner Laudatio über Hans Lauber. Dieser präsentiert in einer Sonderausstellung einen Teil seiner über 440 Stück zählenden Puppensammlung im Bürgerhaus. Bei der Vernissage am Donnerstagabend führte er zunächst sichtlich aufgeregt die Gäste durch die drei Etagen des historischen Gebäudes. Dort sind die zartgliedrigen Geschöpfe ansprechend arrangiert worden und bieten einen Einblick in die Welt eines Sammlers.

Skeptisch zunächst, musste Hans Lauber erst ein bisschen überredet werden, um die zerbrechlichen Puppen auch einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen. Er hängt an ihnen, weiß über jede eine kleine Geschichte zu erzählen. Mit viel Herzblut haben er und seine Frau Marianne in 40 Jahren einen besonderen Schatz angesammelt. Fördervereinsvorsitzender Joachim Neuß zitierte Paul Klee: "Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar." Sichtbar, was hinter den Dingen liegt und verborgene Schönheiten. Dies treffe vor allem auf die Puppen zu, die verschiedene Stimmungen ausstrahlten. Freudig, erwartungsvoll und nachdenklich.
Hans Lauber hat zusammen mit Museumsleiter Hans-Jürgen Kugler die Puppen in Vitrinen aufgestellt und im zweiten Stock auch einen Teil der Geschöpfe im freien Raum platziert. Dort oben sind auch Themengruppen aufgestellt, so findet der Besucher Märchenpuppen und Puppen aus verschiedenen Ländern gruppiert. Die Vitrinen konnte der Förderverein Museum34 übrigens vom Stadtmuseum Amberg bekommen, die Glaskästen wurden dort ausgemustert, sind aber in einwandfreiem Zustand.

Ausdrucksvolle Gesichter

Zusätzlich zu den Objekten hängen an den Wänden Fotoaufnahmen der ausdrucksvollsten Puppengesichter, denen Karl-Heinz Schmid einzigartigen Ausdruck verliehen hat. Zahlreiche Informationen über die Herstellung von Puppen und deren geschichtliche Entwicklung runden die Ausstellung ab.
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