Versicherung überflüssig

Zwei Mal stimmten die Jagdgenossen geschlossen mit "Ja". Das erste Ja signalisierte Zustimmung, den Jagdpachtschilling für den Wegebau wieder bei den Rücklagen zu buchen, das zweite war als Ablehnung gedacht.

Ahornberg. (bkr) "Da brauchen wir nichts zu machen", sagte auch Jagdvorsteher Walter Schlicht in der Jahreshauptversammlung im Feuerwehrgerätehaus. Wie vorgeschlagen, stimmten die Genossen gegen eine Wildschadenshaftpflichtversicherung. Der Grund lag hier klar auf der Hand. Wie Schlicht in seinem Bericht ausführte, hatten Jagdpächter Bernhard Schönfelder und sein Mitpächter Johannes Busch alle Schäden mit den Landwirten einvernehmlich geregelt.

Der Vorsteher informierte über die noch nicht ausgereifte digitale Flurkarte. Mehrere Besitzer eines Flurstücks würden einzeln mit der vollen Flächengröße ausgewiesen. Dementsprechend nimmt die Jagdfläche zu. Der Fehler im Programm solle bereinigt werden. Schlicht sprach zudem den geplanten Ausbau des ländlichen Kernwegenetzes an. Dazu führe Bürgermeister Heinz Lorenz aus, dass die Gemeinde die Fördermöglichkeit nutzen wolle. Allerdings dämpfte er die Hoffnung, mit der Förderung von einer Million Euro das Wegenetz umfassend auszubauen zu können. Die Anforderungen an den Straßenkörper für schwere und breite landwirtschaftliche Maschinen seien hoch. Der Straßenunterbau entspreche dem einer Kreisstraße. Eine Million Euro reichen nach seinen Worten bei befestigten Wegen für vielleicht 3,5 Kilometer. Die geforderte Ausbaubreite bedinge zudem Grundabtretungen durch die Landwirte.

Fälschlich Geld überwiesen

Beim Blick in die Kasse entdeckte Georg Scherm zwei Beträge auf dem Girokonto, die nicht der Jagdgenossenschaft gehörten. Die Raiffeisenbank klärte, jemand hatte einen Zahlendreher in den Überweisungen. Alfred Popp und Johann Etterer bescheinigten ihm eine mustergültige Buchführung.

In Konkurrenz mit dem Straßenverkehr sah sich Jagdpächter Bernhard Schönfelder. Dieser half zu seinem Leidwesen mit, die Abschussquote beim Rehwild zu erfüllen. Ein Drittel der neun Tiere fanden auf der Straße den Tod. Ebenso wurden vier von elf Füchsen und der einzige auf der Strecke gebliebene Hase überfahren. Bei den Wildschweinen blieb es ruhig. Nur einen Überläufer und einen Frischling verzeichnete er. Die Landwirte bat er, ihn vor der Wiesenmahd zu informieren. Einige Kitze konnten so im vorigen Jahr gerettet werden.

Die Jagdgenossen trugen den Wunsch an die Gemeinde heran, den Flurbereinigungsweg von Schadersberg nach Zweifelau mit einer Ausweichstelle auszustatten. Die Arbeiten führen die Waldbesitzer aus, die Materialkosten will die Kommune übernehmen.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.