Verständnis und Widerspruch
Hintergrund

Wildenreuth. (njn) Nach dem leidenschaftlichen Plädoyer von Dr. Friedrich Buergegen die Nutzung der Windenergie entwickelte sich eine kontroverse Diskussion. Auf eine Frage aus den Reihen der Zuhörer, wie denn die Energiewende konkret funktionieren solle, entgegnete der Referent lapidar: "Das muss die Bundesregierung machen." Vielen Gästen stieß auf, dass Windenergie mit Atomenergie gleichgesetzt wird. Dass der Referent in seinem Vortrag das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) symbolisch in den Boden stampfte, passte ebenfalls nicht in das Bild mancher Zuhörer.

"Ich habe Verständnis für die Ängste der Leute, die in der Nähe von Windkraftanlagen wohnen", merkte zweiter Bürgermeister Johannes Reger an. "Die Anlieger müssen ernst genommen werden." Reger führte aus, dass in Erbendorf rund ein Drittel des Stroms aus regenerativen Energien stamme. Dies teilte sich in 40 Prozent Photovoltaik, 40 Prozent Windkraft und 20 Prozent Wasserkraft. "Lokal gesehen ein bedeutsamer Anteil."

Reimut Kayser vom Vogelschutzbund will "keinen Windkraftausbau zu jedem Preis." Bayern habe nur geringe Windkraft, aber große Nabenhöhen. Dagegen seien in Schleswig-Holstein geringe Höhen notwendig. "Wir müssen dort Anlagen installieren, wo Wind ist." Abschließend wies er auf die Schwarzstörche hin, von denen es bundesweit nur noch 700 Paare gebe.

"Eine Sache ist an diesem Abend zu kurz gekommen, und vielleicht hat man sich damit einen Bärendienst erwiesen", stellte Stadtrat Klaus Gredinger (SPD) fest. "Ich bin hier her gekommen um zu hören, was die Leute bedrückt." Er glaube nicht, dass die Anlieger sich Sorgen um Fledermäuse oder Störche machen. "Ihnen geht es um etwas anderes, denn sie wohnen da. Um die Leute wäre es mir gegangen, die sich betroffen fühlen. "Ich habe Ihre Wortmeldungen heute vermisst."

Stadtrat Karlheinz Rottmann (SPD) zeigte sich als überzeugter Befürworter erneuerbarer Energien: "Ich finde es gut, wenn regenerative Energie vor Ort erzeugt wird und der Profit bei uns bleibt." Er habe intensiv mit dem Betreiber der geplanten Anlage, Wendelin Fenzl, gesprochen. "Der Betreiber könnte sich diese Anlage auch als Bürgerwindrad vorstellen", sagte Rottmann. Wegen dem von Dr. Buer angesprochenen Eiswurf merkte Rottmann an, dass eine Rotorheizung im Winter kein Problem sei. "Nicht zuletzt unterschreitet der Schattenwurf der geplanten Anlage den Grenzwert von 30 Stunden pro Jahr um die Hälfte."

Zitat

"Ich habe Ihre Wortmeldungen heute vermisst."

Stadtrat Klaus Gredinger (SPD) zu den Gästen der Info-Veranstaltung zur Windenergie. (njn)

Service

Selbsthilfegruppen

Hilfestellung bei der Suche nach einer Selbsthilfegruppe und Informationen zur Gründung einer solchen beim Landratsamt Neustadt/WN, Abteilung Gesundheitswesen, Christina Mücke, Telefon 09602/796190, E-Mail CMuecke@neustadt.de.

"Restless Legs"

Ansprechpartnerin der Selbsthilfegruppe ist für die Region Linda Dobmeier, Telefon 09655/1251.•
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