Verstorben

Ein Grandseigneur des Fechtsports

Amberg. (ref) "Ein Leben für das Fechten und den TV Amberg" titelten wir im Februar 2014 anlässlich einer Reportage über Paul Pfab und sein Wirken im TV 1861 Amberg.

Fechten war seine große Leidenschaft, noch im vergangenen Jahr stand er Montag für Montag in der Turnhalle der Albert-Schweitzer-Schule, um zusammen mit seiner Frau Gudrun (77) die jungen Fechtschüler zu unterrichten. Wie sehr in dieser Sport in seinen Bann zog, belegt seine bis 31.12.2014 gültige Übungsleiterlizenz als "Trainer C Leistungssport Fechten". Sein letztes Turnier trug der Grandseigneur des Amberger Fechtsports 1982 aus. Eine Stimmbandlähmung zwang ihn damals zum Aufhören als Aktiver.

Paul Pfab wurde am 15. Mai 1928 in Amberg geboren, am 1. Januar 1940 trat er dem TV Amberg bei und fing 1943 mit dem Fechten an. Im gleichen Jahr begann er eine Lehre in der Luitpoldhütte und arbeitete sich im Laufe der Zeit zum Prokuristen und Produktionsleiter für Maschinen- und Apparatebau hoch.

1949 gründete er die Fechtabteilung, war seit 1950 bis vor Kurzem Abteilungsleiter und Fechtwart. Aus gesundheitlichen Problemen übergab er heuer im April das Amt an seinen Sohn Jörg, ebenfalls ein leidenschaftlicher Fechter wie die gesamte Familie. Jörg und Tochter Heike räumten in den 70er Jahren bei zahlreichen bayerischen Meisterschaften etliche Titel ab - so wie ihre Eltern das in den 50er Jahren getan hatten.

Paul Pfab war mehrfacher bayerischer Meister mit allen drei Waffen (Degen, Florett, Säbel), seinen größten Erfolg feierte er mit einem vierten Platz mit dem Degen bei der deutschen Meisterschaft 1957.

In den 60er Jahren war er bayerischer Landesjugendwart im Fechten, Lehrwart und Vorstandsmitglied im Landesverband und dort ebenso wie beim TV 1861 Ehrenmitglied. Für seine Verdienste erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Ehrenurkunde und den Ehrenbrief der Stadt Amberg.

"Die eleganteste Figur im Saale war der Amberger Paul Pfab. Seine brillante Technik riss die zahlreichen Zuschauer immer wieder zum Applaus hin", schrieb unsere Zeitung 1950 über einen seiner ersten Wettkämpfe.

Aber nicht nur auf der Fechtbahn glänzte Pfab, sondern auch auf einem ganz anderen Parkett: Als Faschingsprinz Paul I. unterhielt er 1953 auf dem Fechterball mit humorvollen Reden.

Am vergangenen Mittwoch starb Paul Pfab im Alter von 87 Jahren. "Ich war traurig, als mich die Nachricht erreicht hat. Paul Pfab hat für seinen Fechtsport gelebt und sich auch dementsprechend für den TV engagiert. Solche Menschen braucht ein Verein. Wir werden ihn nicht nur deshalb, sondern auch wegen seiner freundschaftlichen Art vermissen", sagt Thomas Bärthlein, der Vorsitzende des TV 1861 Amberg.

Trauergottesdienst ist am Freitag, 3. Juli, um 14 Uhr im Andreas-Hügel-Haus, anschließend ist Urnenbeisetzung auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof.
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